Erprobungsstufe
Überlegungen zum Wechsel von der Grundschule zur Realschule
Das 5. und 6. Schuljahr haben im schulischen Bildungsgang eine besondere Funktion. In diesem Zeitraum, der so genannten Erprobungsstufe, sollen die neu aufgenommenen Schülerinnen an die inhaltlichen und methodischen Anforderungen und die Organisation der Realschule behutsam herangeführt werden.
Von den Grundlagen, die wir hier legen, werden im weiteren Verlauf der Schuljahre alle Schülerinnen und Lehrer profitieren. Das kann nur gelingen, wenn wir den Entwicklungsstand, die Erfahrungen und Vorkenntnisse der neuen Schülerinnen berücksichtigen und die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und den Grundschulen suchen.
Kindgemäßer Übergang und Integration in eine völlig neue Schule
Die Schülerinnen haben ihre Grundschule als kleines überschaubares System kennen gelernt, das ihnen vertraut war. Der Wechsel in eine größere, fremde Schule, deren Anforderungen und Organisation sie noch nicht kennen, ist daher mit physischen und psychischen Anstrengungen verbunden.
Der äußere Rahmen der neuen Schule ist charakterisiert durch Klassen mit bis zu 30 Mitschülerinnen aus vielen verschiedenen Grundschulen, neue Lehrerinnen und Lehrer, neue Fächer, neue Räume und Wege, neue Techniken und Methoden und zum Teil erhebliche Anfahrten zu einem neuen Schulort.
Für jede Schülerin gilt es aber auch, einen Platz in der neuen Gemeinschaft zu finden und sich in der Leistungshierarchie zu behaupten. Das ist nicht immer ganz einfach und wir sind davon überzeugt, dass es richtig ist, den Kindern sowohl für die äußere als auch für die innere Integration die dafür notwendige Zeit und Zuwendung zu geben.
Unser Kennenlernnachmittag, zu dem die neuen Schülerinnen einige Wochen vor den Sommerferien eingeladen werden, trägt dazu bei, die beim Schulwechsel entstehenden Ängste schon frühzeitig abzubauen. An diesem Nachmittag lernen die Kinder bei kleinen Arbeits- Spiel- und Mitmach-Einheiten ihre neue Schule und ihre zukünftigen Klassenkameradinnen schon vor Beginn des neuen Schuljahres kennen.
Grundlage für ein erfolgreiches fachliches Lernen ist ein stabiles soziales Fundament
Gute Lernerfolge können sich erst auf der Grundlage neuer, emotional positiver Sozialbeziehungen zu Mitschülerinnnen und Lehrerinnen und Lehrern einstellen. Das bedeutet: Bezugsperson(en) finden, Vertrauen entwickeln, sich wohl fühlen, sich angenommen und verstanden wissen.
Aus diesem Grunde unterrichten nur wenige Lehrer eine Klasse. Dass bei der Fach-verteilung ein Lehrer eventuell fachfremd eingesetzt wird, nehmen wir dabei in Kauf. Es ist uns wichtig, den Schülerinnen gerade in dieser Übergangszeit einen kleineren Kreis von Bezugspersonen und damit eine klare Orientierung im Schulalltag zu geben.
Die wichtigste Bezugsperson ist aber der/die Klassenlehrer/in. Sie soll Gruppen-prozesse gezielt fördern und dazu beitragen, dass sich eine neue Lerngruppe und vor allem eine Klassengemeinschaft bildet, in der sich jedes Kind mit seiner Persönlichkeit akzeptiert fühlt.
An die Klassenleitung sind deshalb zusätzlich eine Klassenlehrerstunde und in Klasse 5 zwei Freiarbeitsstunden gebunden.
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