Liebfrauenschule Ratingen
 
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Schüleraustausch

Deutsch-Polnische Jugendbegegnung der Liebfrauenschule mit dem Salezjanskie Liceum in Lodz


Nicht nur Holland, Belgien und Frankreich gehören zu unseren Nachbarländern. Durch die politischen Veränderungen in Osteuropa sind Deutschland und Polen einander näher gekommen. Hat sich diese enge Nachbarschaft aber auch im Bewusstsein der beiden Völker, in ihrem Zusammenleben und Zusammenarbeiten vollzogen? Gibt es nicht noch immer historisch bedingte Vorurteile, Fragen nach Schuld und Versöhnung? Wie weit sind wir, gerade im Hinblick auf die Länder Osteuropas, noch von einem vereinten Europa entfernt?

Der Verständigung der Völker ein Stück näher zu kommen, dieses hochgesteckte Ziel hat sich die deutsch-polnische Schülerbegegnung der Liebfrauenschule gesetzt. Seit dem Schuljahr 1994/95 gibt es eine Schulpartnerschaft zwischen der Liebfrauenschule in Ratingen und dem Gymnasium der Salesianer in Lodz. An diesem Schüleraustausch nehmen in jedem Jahr ca. 16 deutsche Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 teil. Jedes Jahr im Herbst kommt eine Gruppe polnischer Schülerinnen nach Ratingen. Die Mädchen wohnen in Gastfamilien unserer Schülerinnen, sie nehmen am Unterricht und an einem ausführlichen Ausflugs- und Besichtigungsprogramm teil. 
Dazu gehören folgende Programmpunkte:

  • historische Stadtführung durch Ratingen
  • Fahrt nach Köln mit Besichtigung des Kölner Doms
  • Fahrt nach Bonn mit Besuch des Museums der deutschen Geschichte
Im Frühjahr des nächsten Jahres erfolgt dann jeweils der Besuch der deutschen Gruppe in Lodz/Polen. Dort genießen wir die polnische Gastfreundschaft, lernen das polnische Schulsystem kennen und erfahren durch das von den polnischen Lehrerinnen organisierte Besichtigungsprogramm viel über Land und Leute. In den vergangenen sechs Jahren gab es Ausflüge nach Krakau, Warschau und Danzig. Gerade auf diesen Ausflügen, zum Beispiel bei dem Besuch der Westerplatte bei Danzig bewegen wir uns auf den Spuren der deutsch-polnischen Geschichte.

Mittlerweile haben an die 300 deutsche und polnische Schülerinnen an diesem Begegnungsprogramm teilgenommen; sie alle und ihre Familien sind Multiplikatoren auf dem Weg der deutsch-polnischen Völkerverständigung. Durch bessere und vertiefte gegenseitige Kenntnis der politischen und sozialen Lage des anderen Landes, seiner Geschichte, seiner Kultur und seiner Menschen sollen die teilnehmenden Schülerinnen befähigt werden:
  • Verhaltensweisen und Entscheidungen des Partners zu verstehen
  • Bereitschaft zu Solidarität und Zusammenarbeit zu entwickeln
  • Eventuell bestehende Vorurteile abzubauen
Wenn es dann noch gelingt, persönliche Beziehungen zwischen den polnischen und den deutschen Schülerinnen anzubahnen, die über den zeitlichen Rahmen des Austausches hinweg Bestand haben, ist die mit dem Austausch verbundene Zielsetzung umfassend erreicht.

Margret Paprotta




Schüleraustausch mit Frankreich Schüleraustausch mit Frankreich
Die Liebfrauenschule hat seit einigen Jahren mit dem "Lycée Notre Dame de Sion" in Marseille eine sehr geeignete neue Partnerschule in Frankreich. Seit 1997 bereits findet regelmäßig ein Schüleraustausch zwischen den beiden katholischen Privatschulen statt.

Organisiert und betreut wird er auf Ratinger Seite jeweils von der Französischlehrerin, die gerade den fremdsprachlichen Kurs der 10. Klasse leitet; und auf französischer Seite von der dortigen Deutschlehrerin Christine Noël, die als gebürtige Deutsche in Düsseldorf zur Schule ging.

In nur acht Stunden bringt ein Hochgeschwindigkeitszug die 12 bis 16 Schülerinnen aus der Dumeklemmerstadt via Paris in die traditionsreiche, malerische Hafenstadt am Mittelmeer. Dort wohnen sie eine Woche lang in Gastfamilien, nehmen am Schulunterricht teil und lernen Land und Leute kennen. Denn neben dem Schulischen wird ein abwechslungsreiches Ausflugs- und Besichtigungsprogramm geboten. Und an Raum für individuelle Erfahrungen in den Gastfamilien, deren Herzlichkeit unsere Schülerinnen immer neu beeindruckt, ist natürlich auch gedacht. Was Wunder, wenn sie unter strahlend blauem Himmel den Frühling in dieser zauberhaften Region ebenso genießen wie die Heiterkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen in der Provence!

Für den Gegenbesuch hat sich ein wenig die Vorweihnachtszeit mit unseren bunten Weihnachtsmärkten und der adventlichen Besinnlichkeit eingespielt. Gleichsam ein Kontrastprogramm, das bei den Jugendlichen aus Frankreich großen Anklang findet. Und für die Kultur unserer Region geben der Neandertaler, der Dom zu Köln und die "Kö" allemal eine gute Visitenkarte ab. Die Gasteltern tun auch hier ein Übriges, den Aufenthalt für die Jugendlichen zum nachhaltigen Erlebnis zu machen, selbst wenn die Sonne wieder mal nicht scheinen will.

Fast überflüssig zu betonen, wie wichtig ein solcher Austausch ist: für die Vertiefung der Sprachkenntnisse gewiss, mehr noch für die Motivation zu weiterem Spracherwerb und nicht zuletzt für die Entwicklung der Persönlichkeit im Umgang mit Menschen einer anderen Sprache und Kultur. Dabei haben sie mit der Wahl des Französischunterrichts diese Tür fürs Leben selbst aufgestoßen.

Christa Jüttner