Presse 2017/18

Schüler geben besinnliches Konzert

Ratingen.
"Wache Augen, weites Herz" war das Motto an zwei Abenden in der voll besetzten Suitbertuskirche. Für die rund 180 mitwirkenden Jugendlichen gab es viel Applaus. Es war ein sehr anspruchsvolles Programm. Von Werner Schürmann

In der dunklen Suitbertuskirche standen vier Mädchen mit Kerzen am Altar und sangen: "Hamba ni Kahle, das Licht erleuchte die Nacht!" Aus dem hinteren Bereich der Kirche antworteten die rund 180 mitwirkenden Jungen und Mädchen der Ratinger Liebfrauenschule auf diesen Ruf und zogen, ebenfalls mit brennenden Kerzen in den Händen, durch das Mittelschiff zum Altarraum, um ihre Plätze im Chor oder Orchester einzunehmen.

Dieses immer wiederkehrende Ritual hat schon was Ergreifendes. So wird der Zuhörer, aus dem hektischen Alltag kommend, innerhalb weniger Minuten in eine besinnliche, beruhigend wirkende Weihnachtsstimmung versetzt.

Schulleiter Peter Bärens begrüßte die vielen Eltern und Gäste und wies darauf hin, dass kein anderes Fest unsere Gemüter so sehr berührt wie das nun bevorstehende Weihnachtsfest.

 

Die musikalischen Leiter Julia Lehmann und André Schürmann hatten wieder alles zum Singen und Klingen gebracht und freuten sich mit den Kindern, wenn die einstudierten Stücke tadellos klappten. Sie wurden unterstützt von Ute Klein am Klavier und Claudia Schnitzler, die sich um die Flötenensembles kümmerte.

 

Der Unterstufenchor begann mit den Liedern "Fröhlich soll mein Herze springen", "Durch das Dunkel hindurch" und "Gott hat mir längst einen Engel gesandt". Mit frischen, klaren Stimmen schmetterten sie diese sorgsam ausgesuchten Lieder, die von zwei Jungen im Zwiegespräch erklärend kommentiert wurden. Beim ersten Gemeindelied durften dann alle Besucher das Adventslied "Macht hoch die Tür" anstimmen. Nach intensiver Stimmung spielte dann das Kammerorchester aus der Kantate BWV 208 "Schafe können sicher weiden" von Johann Sebastian Bach. Eine große Leistung für die Musizierenden. Erneut stellte sich der Unterstufenchor mit drei Liedern über das Licht: "Licht der Liebe", "Über uns da leuchtet ein Stern" und "Ein Licht zieht uns an". Auch hier war der Chor mit großem Engagement zu hören.

 

Drei Saxophone, Trompete, Gitarre, Streichorchester, Chor und Solisten präsentierten nun das berühmte "Halleluja" von Leonard Cohen und ernteten riesigen Applaus. Der Ehemaligenchor "ECho" ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder mit einem Beitrag präsent zu sein. "Angel's Carol" hieß das Stück des englischen Komponisten John Rutter, das die Damen anrührend vortrugen. Das Flötenquartett mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte spielten aus der Feuerwerksmusik von G. F. Händel das 1. Menuett und "La Rèjouissance (die Freude)" sicher und äußerst schwungvoll.

 

Der dritte Auftritt des Unterstufenchors brachte die zeitgenössischen Lieder: "Weihnacht bedeutet so viel", "Gott des Friedens" und "Flinke Hände, flinke Füße, wache Augen, weites Herz". Letzteres Lied wurde auch zum Motto des diesjährigen Konzerts genommen. Auch hier kommentierten die beiden Jungen den Inhalt der Lieder.

 

Diese eindrucksvollen Kommentare und Zwiegespräche stammten aus der Feder von André Schürmann. Zum großen Finale positionierte sich das gesamte Orchester mit Harfe, zwei Kontrabässen und spielte beeindruckend Szenen aus dem Ballett "Schwanensee" von P. I. Tschaikowsky. Danach folgte das unterhaltsame "Sleigh Ride (Schlittenfahrt)" von Leroy Anderson aus dem Jahre 1949. Den Schluss bildete das Weihnachtslied "O du fröhliche", wobei alle Anwesenden mitsingen konnten. Viel Applaus und dicke Blumensträuße für die musikalischen Leiter.

 

Quelle: RP

In der Kirche St. Suitbertus traten die Schüler der Liebfrauenschule gleich an zwei Abenden auf. Beide Konzerte waren ausverkauft. FOTO: Achim Blazy

Rheinische Post 9.9.2017

Ratingen
Eine ganze Schule pilgert nach Rom
Ratingen. Rund 800 Schüler, Lehrer und Eltern der Liebfrauenschule wollen sich im Oktober 2018 auf den Weg in die heilige Stadt machen. 18 Busse sind bestellt. Es wird ein Verpflegungs- und Ärzteteam geben. Erzbischof Woelki ist eingeladen. Von Dirk Neubauer

Eine Pilgerfahrt in diesen Dimensionen hat in Ratingen noch niemand geplant: Vom 5. bis zum 12. Oktober 2018 macht sich eine ganze Realschule mit allen sechs Jahrgangsstufen, Klassen 5 bis 10, auf den Weg nach Rom. Mindestens 18 Reisebusse werden vor der katholischen Liebfrauenschule an der Schwarzbachstraße vorfahren. Für knapp 800 Schüler, Lehrer, Eltern wird das Motto gelten: "Wir sind dann mal weg!"; die Damen aus dem Sekretariat und der Hausmeister nach Möglichkeit inklusive. Niemand soll zurückbleiben.
Die komplette Logistik - Transport, Verpflegung, zwei heilige Messen und ein großes Stadtbesichtigungsprogramm - wird über einen Veranstalter aus dem Münsterland organisiert. Und: Die Schule hat den Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, eingeladen. So Gott und der Kalender des Kardinals es wollen, könnte er die Heilige Messe im Petersdom vor den Ratingern halten. Doch das ist natürlich noch völlig offen.
Am vergangenen Dienstag trafen sich mehr als 700 Mütter und Väter mit der Schulleitung und dem Reiseveranstalter in der Stadthalle, um sich Details der einmaligen Reise schildern zu lassen.
Reiseveranstalter Hans Höffmann schaffte es, Bedenken und Vorbehalte zu zerstreuen - bis hin zur echten und einzig wahren Nuss-Nougatcreme, die natürlich im Proviant mitgeführt wird.
Nachdem, was in der Stadthalle vorgetragen wurde,
- verpflegt sich die große Gruppe an allen Tagen komplett selbst. Ein 50-köpfiges Service- und Kochteam werde sogar die Brötchen und das Brot selbst backen.

- Geschlafen wird bei Rom in einer Wohnanlage am Meer.
- Für die komplette Reise begleitet ein eigenes Team aus Ärzten und Krankenschwestern die Gruppe in einem separaten Bus, der bei der Anreise und der Abreise jeweils hinter allen anderen Bussen fahren wird, um notfalls Kinder oder Erwachsene übernehmen zu können, die Hilfe brauchen.
Doch bis es soweit ist, muss noch einiges in die Wege geleitet werden. 428 Euro pro Person kostet die Rom-Fahrt - Transport, Übernachtung, Verpflegung und Eintrittsgelder sind in der Summe enthalten. "Über Sponsoren, zwei Spendenläufe, den Weihnachtsbasar und den Förderverein werden wir dafür sorgen, dass niemand aus finanziellen Gründen in Ratingen bleiben muss", sagt Schulleiter Peter Bärens. Für ihn ist es der dritte Anlauf zu solch einer Pilgerfahrt. "Als Lehrer bin ich zwei Mal mit solchen Plänen gescheitert." Doch nun haben die Lehrer, die Schulkonferenz und der Schulträger bereits zugestimmt. Der Traum von der ewigen Stadt, der Fahrt zu den Wurzeln des Christentums, nimmt konkrete Formen an.
Angst vor Anschlägen? Für Reiseveranstalter Höffmann, der im Jahr 2017 mehr als zwei Dutzend Schulen auf den Weg bringt, ist es Routine und Herzensangelegenheit zugleich: "Die absolute Sicherheit kann es nirgends geben. Aber wir tun alles, um Risiken so gering wie möglich zu halten."
Was die Eltern überzeugte: An alles scheint gedacht. So fahren die Zehntklässler vier Tage lang an den Gardasee, um für ihre Schulabschlussfahrt unter sich zu sein - und sollen von dort aus nach Rom kommen. Chöre und Schulorchester ausgenommen, sind 2018 alle weiteren Klassenfahrten zu Gunsten des Rom-Abenteuers gestrichen. Rektor Bärens ist jetzt schon sicher: "Davon werden alle Beteiligten noch lange erzählen."
Quelle: RP

Ratinger Wochenblatt 7.9.2017