WEIHNACHTSKONZERT 2019

Schüler*innen der LFS Ratingen begeistern beim traditionsreichen Weihnachtskonzert

Manchmal muss man die Stille mit einem Ton ausfüllen, um sich ihrer bewusst zu werden. Getreu diesem Motto füllten Chor und Orchester der LFS Ratingen mit zwei geglückten Aufführungen am 10. und 11. Dezember den Innenraum der St. Suitbertuskirche in Ratingen mit besinnlichen Klängen zur Adventszeit.

Stille statt Schrei!

Inneres Innehalten statt Termin-Terror und Konsum-Chaos in einer Zeit, in der viele Jugendliche den schmissigen Soul-Song „Everybody needs somebody“ aus der Amazon-Werbung ernsthaft für ein Weihnachtslied halten. Für knapp zwei Stunden glückte den rund 200 beteiligten Schüler*innen und Ehemaligen aus Chor und Orchester der meditative Sprung in ein musikalisches Zeitfenster der zärtlichen Zurückhaltung: Ein friedlicher Funke der inneren Andacht  - er sprang tatsächlich auf das Publikum über. Ein lohnenswerter Lockruf in die Stille war der Einzug aller am Konzert beteiligten Personen zum afrikanischen Traditional „Hambani Kahle“. Der Unterstufenchor festigte diese feierliche Stimmung mit den beiden besinnlichen Liedern „Still senkt sich die Nacht hernieder“ und „Advent heißt stille sein“,  bevor das Unterstufenflötenquartett eine bezaubernde musikalische Antwort auf die Frage „Where are you christmas?“ gab. Beim anspruchsvollen Vortrag des Kammerorchesters mit dem „Kanon in D-Dur“ von Pachelbel  traten Geigen, Flöten und Klavier in einen stimmigen musikalischen Dialog. Ein früher Höhepunkt des Konzertabends!

Immer wieder gelang es den Jugendlichen im Verlauf des abwechslungsreichen Programms, den Liedern einen lebendigen Geist der Stille einzuhauchen. Vororchester, Kammerorchester mit Unterstufenchor setzten mit „Meine Seele ist stille in dir“ weitere musikalische Glanzlichter in den abgedunkelten Kirchenraum. 

Beeindruckend auch die Umsetzung des Kammerchores, der neben Titeln wie „Hör in den Klang der Stille“ auch internationale Stücke wie „In the bleak midwinter“ in den schönsten Tönen erstrahlen ließ. Selbst vereinzelte kleinere Hänger zählten zur Bereicherung des Programms, weil sie aufzeigten, dass an beiden Abenden junge Menschen aus Fleisch und Blut unter Anleitung ihrer Musiklehrer Julia Leers, Ute Klein, Johanna Kämmerer und André Schürmann in ihrer Freizeit live auf der Bühne standen: Ein lebendiger Eindruck von Authentizität, der mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist!

Ein emotionaler Höhepunkt war zweifellos die feierliche Schlussmeditation „Stille Nacht, heilige Nacht“, in die das Publikum aktiv einbezogen wurde. Neben einem Querflöten-Solo von Johanna Kämmerer, das den Zuhörern Tränen der Rührung in die Augen trieb, stachen hier vor allem die hervorragende musikalische Begleitung durch Nike Daniels an der Harfe, Sophie Nguyen (Violine) sowie Nico Rogman (Trompete) heraus.

„Ihr seid der Stolz unserer Schule!“, rief Rektor Christoph Jakubowski den musikalischen LFS-Kids unter dem lang anhaltenden Beifall des Publikums zu. So verließen die Zuhörer mit einem Gefühl der Demut und Dankbarkeit den Kirchenraum, weil es den Jugendlichen gelungen war, einen musikalischen Kontrapunkt zum alltäglichen vorweihnachtlichen Wahnsinn zu setzen. Früher brachte der Lärm die Menschen aus der Ruhe. Heutzutage ist es die Stille. „Doch wer wollte, konnte die Andacht der Adventszeit hören!“, bilanzierte Konrektorin Birgit Weber. Die dröhnende Geräuschkulisse der Gegenwart - sie war für einen Moment verstummt!

 von Markus Vorpeil

Presse:

Zwei Konzerte : Liebfrauenschule feiert den Advent

Rheinische Post, 11.12.19

Ratingen „Stille“ – das war das schlichte Motto des großen Weihnachtskonzerts. Die Schüler erfüllten es mit Leben.

von Werner Schürmann

Das ist schöne Tradition: Wie in den vergangenen Jahren, so fand auch in diesem Jahr wieder das traditionell große Weihnachtskonzert der Liebfrauenschule an zwei Abenden in der vollbesetzten St. Suitbertuskirche statt. Es ist jedes Jahr ergreifend, wenn die über 200 Jungen und Mädchen, festlich gekleidet, mit brennenden Kerzen in Händen, durch das abgedunkelte Kirchenschiff ziehen, um ihre festgelegten Plätze im Chor oder Orchester einzunehmen. Dabei erklangen als Echo-Chor: „Hamba, hamba ni kahle, das Licht erleuchte die Nacht!“
Schulleiter Christoph Jakubowski begrüßte das Publikum herzlichst und erklärte das Thema des diesjährigen Konzerts, das da lautet „…Stille“, sie ist die Grundlagen jeder Besinnung und tritt in den weihnachtlichen Gesängen immer wieder in Erscheinung.

So begann der Unterstufenchor auch mit den beiden Liedern: „Still senkt sich die Nacht hernieder“ und Advent heißt stille sein“. Es ist herzergreifend, mit welcher Frische und Begeisterung der Nachwuchschor seine Lieder vortrug.
Die bis dahin still lauschende Gemeinde sang nun ihrerseits: „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Die Filmmusik: „Wo bist du Weihnachten (Where are you christmas)“ in der Adoption für Blockflötenorchester von R. Butz spielte dann unter der Leitung von Johanna Kämmerer eindrucksvoll das Blockflötenquartett.
Dem folgenden Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel, vom Kammerorchester gespielt, fehlte, da ohne Dirigent musiziert, etwas die Genauigkeit. Nach dem zweiten Gemeindelied: „Macht hoch die Tür“ präsentierte sich der Kammerchor. „Hör in den Klang der Stille“ und „in the bleak midwinter (Mitten im kalten Winter)“ wurden von André Schürmann einfühlsam dirigiert und vom Chor a cappella lupenrein vorgetragen.
Der Ehemaligenchor „Echo“ sang das berühmte „Gloria“ von Antonio Vivaldi sowie „Somewhere in my memory (Irgendwo in meinem Gedächtnis)“ von John Williams in hervorragender Artikulation und großartiger Ausstrahlung.
Noch einmal war das Blockflötenquartett zu hören, wobei die Bezeichnung sich nicht wie sonst üblich nach der Zahl der Musiker richtet, sondern nach den vier verschiedenen Stimmungen der Flöten: Sopran, Alt, Tenor und Bassflöte. Auch dieses Potpourri amerikanischer Weihnachtslieder im Arrangement von R. J. Autenrieth entzückte das Publikum nachhaltig. Einige Liedvorträge wurden von Ute Klein äußerst professionell am Klavier begleitet.
Große Bühne für das große Sinfonieorchester war nun angesagt. Die berühmte Filmmusik aus dem Weihnachtsfilm: „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von K. Svoboda zelebrierte die musikalische Leiterin Julia Leers nahezu perfekt, so dass der Zuhörer sogleich den Film vor seinem geistigen Auge miterlebte. Der folgende „Blumenwalzer“ aus dem Nussknacker von Peter Tschaikowsky war nicht ganz so einfach in seiner Ausführung. In dieser Edition als „Langsamer Walzer“ jedoch eine erfolgreiche Programmbereicherung.

Eine Schlussmeditation, um den Kreis zur „Stille“ wieder zu schließen wurde mit dem Lied: „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“ und „Stille Nacht“, das in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise mit Harfe und Flöte gespielt wurde, wobei der Harfenistin Nike Daniels ein besonderes Lob für ihr eindrucksvolles Solospiel ausgesprochen werden muss. Auch das Publikum hatte die Möglichkeit, das berühmteste Weihnachtslied der Welt mitzusingen und um zur Ausgangs-Stille wieder zurückzukehren, die letzte Strophe leise zu summen. Es gab viele Blumensträuße und jubelnden Applaus.