Presseberichte 2012/13

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RP vom 27.6.2013
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RP 24.6.2013
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Schuljahr 2014/15: Aufnahme von Jungen

Ratingen: Liebfrauenschule nimmt bald auch Jungen

Ratingen (RP). Vom Schuljahr 2014/2015 an ändert die katholische Mädchenrealschule ihr Modell. Die Schulkonferenz stimmt zu.

VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 26.06.2013

Die Grundsatzentscheidung steht: Vom Schuljahr 2014/2015 an wird die erzbischöfliche Mädchenrealschule Liebfrauenschule (LFS) erstmals Jungen aufnehmen. Die Schulkonferenz, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehrern hat dieser Vorgabe des Schulentwicklungsplans inzwischen zugestimmt.

"Zwei Vertreter des Erzbistums Köln haben die Beweggründe für diesen Schritt erläutert", sagt Schulleiter Johannes Steggers. Aus der demografischen Entwicklung sei ablesbar: "Es wird perspektivisch weniger Mädchen katholischer Konfession geben. Darauf muss der Schulträger reagieren."

Hinzu komme eine Ratinger Besonderheit: "Nach städtischer Statistik sind über 37 Prozent der Ratinger nicht konfessionell gebunden", so Steggers. Dies mache in einer katholischen Konfessionsschule auf Dauer das Weiterarbeiten nach altem Muster unmöglich. Derzeit stimmen die Anmeldezahlen noch: 88 Schülerinnen wurden zuletzt in die drei Parallelklassen des fünften Schuljahrs aufgenommen – und es gab erheblich mehr Nachfrage.

Damit beschäftigen sich auch Forumsbeiträge auf den Internet-Sonderseiten der LFS. Eine der dort geäußerten Sorgen: "Ich fürchte nur, wenn das über 100 Jahre bewährte Prinzip einer reinen Mädchenschule aufgegeben wird, dann verliert die Schule ihr Alleinstellungsmerkmal. Es könnte sein, dass die Anmeldezahlen dann erst recht zurückgehen."

Das Anmeldeverhalten kann Schulleiter Steggers nicht prognostizieren. Spannend werden die Eltern-Reaktionen in jedem Fall. So ist es keineswegs ausgemacht, dass die Anmeldewünsche genau in das gewünschte Trennungsraster von zwei Mädchen- und einer Jungenklasse passen.

Wohl aber ist jetzt die Zeit, Grundzüge des künftigen Angebots zu erarbeiten. Die LFS hat sich für das Modell der Bi-Edukation entschieden. Das bedeutet, es wird künftig zwei reine Mädchen- und eine Jungenklasse geben – keinen gemeinsamen Unterricht von Jungen und Mädchen.

Dies soll für alle Jahrgänge gelten. Die Schule plant in engem Zeitrahmen. "Wir haben eine Steuerungsgruppe gebildet mit sieben Lehrern plus Schulleitung. Unterstützt wird diese Gruppe von einem Supervisor aus dem Institut für Lehrerfortbildung", so Steggers. Für den September ist die Herausgabe eines neuen Info-Faltblattes für Eltern und künftige Schüler geplant, soviel steht konkret schon fest.

Das Erzbistum sieht die Neuausrichtung auch unter einem zweiten Gesichtspunkt. "In der Bi-Edukation geht es auch gezielt um das Thema Jungenförderung", so Steggers. Es gibt bisher im Erzbistum Köln drei Schulen, die nach diesem Modell arbeiten, unter anderem in Bonn-Bad Godesberg, wo der bi-edukative Betrieb bereits bis in die Klasse neun läuft.

"Der Schulträger will den Realschulbetrieb ohne Profilverlust realisieren", sagt Steggers. "Das heißt auch: Wie sind aufgerufen, einen Weg für unsere Schule zu finden." In einem Elternbrief hat er das so formuliert: Es gehe nicht um den grundsätzlichen Abschied vom traditionellen Bildungsgang, sondern "um ein neues Kapitel in der Schulentwicklung".

Die Schülerinnen selbst machen das in dieser Woche auf ihre Art augenfällig. Im Unterricht während eines Projekts zum Thema Bi-Edukation verkleideten sie sich als Jungen.
Infopaket über das neue Modell
Der Internet-Auftritt der Liebfrauenschule setzt einen Schwerpunkt bei Informationen über das geplante Modell der Bi-Edukation.
Das Angebot umfasst mehrere Blöcke. Leitgedanken zum neuen Modell sind zusammengefasst unter der Frage "Wie geht es weiter an der LFS?" Zudem gibt es einen Elternbrief von Schulleiter Johannes Steggers zum Download.
Ein offenes Forum sammelt Diskussionsbeiträge.

Kommentar:
Umdenken
zuletzt aktualisiert: 26.06.2013

Jungen an der Liebfrauenschule – der Gedanke ist gewöhnungsbedürftig. Aber die Reaktion auf sinkende Schülerzahlen ist dringend geboten, um die Schule langfristig zu sichern. Dieser Erkenntnis hat sich die Schulkonferenz nicht verschlossen. Gut so. Alle Beteiligten – Lehrer, Eltern und Schüler – können sich überdies vor Augen halten: Mit der Idee der Bi-Edukation wird in Ratingen keine Versuchsanordnung gestartet. Es gibt langjährige Erfahrung damit. Trotzdem bleibt es eine anspruchsvolle Aufgabe, dieses Modell auf die Ratinger Belange auszurichten. köh

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