Berichte aus dem Schuljahr 2019/20

Schöpferisch mit der Schöpfung umgehen


LFS-Schüler gestalten im Neigungskurs Kunst eindrucksvolle Bilder für die Schulkapelle

 

von Markus Vorpeil

Schöpferisch mit der Schöpfung umgehen - Diesem fantasievollen Thema widmeten sich 17 Schüler*innen des Neigungskurses Kunst aus der Jahrgangsstufe 9 der LFS Ratingen. Ihr vorrangiges Ziel, eine vielfältige Bilderreihe für die Schulkapelle zu schaffen, ist seit dem Patronatsfest der Liebfrauenschule am 12. September erreicht. An diesem - für die erzbischöfliche Realschule besonderen - Tag konnten die Kunstwerke aufgehängt und der Schulgemeinde feierlich präsentiert werden.

Keine Frage: Das Experiment ist geglückt! Die farbliche Strahlkraft der Bilder verzaubert den Betrachter. Ihre plastische Intensität lässt den Schöpfungsakt für den Beobachter zu einem inneren Erlebnis werden, dessen Faszination buchstäblich mit Händen zu greifen ist. Doch sind die Bilder gleichzeitig eine drohende Mahnung, sich vorbehaltlos für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Denn je eindringlicher die Schönheit der Motive, desto schmerzlicher ist gleichzeitig die Vorstellung, all dies selbstverschuldet zu verlieren. Findet die biblische „Vertreibung aus dem Paradies“ in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts ihre Fortsetzung, indem Menschen durch übermäßige Profitgier ihren Lebensraum konsequent zu Grunde richten? Traurig, aber wahr: Die aktuellen tagespolitischen Bezüge zur Bedrohung des Planeten Erde durch den Klimawandel erleichterten es, die Jugendlichen für die Thematik zu begeistern. „Ich finde es traurig, wie die Industrie alles kaputt macht.“ meint Cosima und Marie ergänzt: „Das Materielle macht auf dieser Welt viel aus, ohne Geld kann man nichts kaufen, aber was bist du ohne Trinkwasser?“

Vor diesem Hintergrund lautete der Arbeitsauftrag von Kursleiter André Schürmann an seine Schüler*innen, ihre Verantwortung für die Schönheit der Welt im Bild erlebbar zu machen. So wie Gott in der biblischen Schöpfungsgeschichte die Welt aus dem Nichts erschuf, wurden auch den Jugendlichen keinerlei Grenzen in ihrer künstlerischen Kreativität auferlegt. Ihre einzige Inspirationsquelle war die biblische Textstelle zur Erschaffung der Welt (Genesis 1,1 - 2,4), die mit den magischen Worten „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde“ beginnt. Aus diesem sprachlichen Kontext sollten sich die Schüler*innen zunächst einen bestimmten Vers aussuchen, der sie besonders ansprach und den sie sich bildlich gut vorstellen konnten.

Ausgerüstet mit selbsthergestellter Farbe aus Ei, Leinöl, Wasser und Pigmenten machten sich die Schüler daran, gebrauchte und geschenkte Pressspan-Platten, die zuvor mit Gipsbinden umspannt worden waren, intuitiv zu bemalen. Den Vorteil dieser speziellen Technik bringt Kunstlehrer André Schürmann auf den Punkt: „Die Bindemittel ziehen gut in den Gips ein, während die Pigmente als leuchtendes Farberlebnis auf der Oberfläche haften bleiben.“ So konnte diese spezielle Form der Kolorierung in vielfältigen Mischungen intensive malerische Momente und eindrucksvolle farbige „Sensationen“ entfalten.
Lola, Lara und Amelie erklären: „Wir wollten durch das Magentarot vor allem eine magische Atmosphäre schaffen, um die noch unberührte Natur mit ihren tropischen Pflanzen, Steinen und Vulkanen in ihrer Schönheit zu zeigen.“

Eine weitere Zielvorgabe des Projektes war es, möglichst großformatige Pressspan-Platten zu bemalen, weil der großartige Moment der Schöpfung auch plastisch in seiner gewaltigen Dimension für die Nachwelt gewürdigt werden sollte. „Wir brauchten etwas Großes zur Darstellung von etwas Großartigem“, beschreibt Schürmann den Impuls zur Auswahl der überdimensionalen Bildformate.

„Alles im Universum spiegelt die Größe Gottes wider. Jedes Geschöpf auf seine Art. Alles hat Anteil an seiner Güte.“ Geht man von dieser Grundlage der christlichen Schöpfungslehre aus, kommt dem Menschen unmissverständlich auch der politische und künstlerische Auftrag zu, sich in seinem gesellschaftlichen Umfeld für die Erhaltung der Schöpfung zu engagieren. Wenn der Mensch als ein vernunftbegabtes Wesen Gott als seinen Ursprung und sein Ziel erkennen kann, darf er in seinem alltäglichen Handeln nicht bewusst gegen die Schöpfung agieren. Verbindet man den christlichen Schöpfungsglauben und die wissenschaftliche Evolutionstheorie, kommt man wie Darwin zu dem Schluss: „Alles, was gegen die Natur gerichtet ist, hat auf Dauer keinen Bestand!“ So gesehen ist die sehenswerte Bilderreihe in der Schulkapelle der Ratinger Liebfrauenschule nicht nur ein - künstlerisch höchst anspruchsvolles und ausdrucksstarkes - religiöses Bekenntnis zu Gott, sondern gleichzeitig auch ein - im wahrsten Sinne des Wortes - flammender bildlicher Appell, Natur und Umwelt zu schonen, wenn der Mensch sich nicht selbst vernichten will.

Werke in Einzelbetrachtungen :


Sanftes Morgenlicht
Fiona Voerste:

Und Gott nannte das Trockene Land und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.

 

 

 

 

 

 


Sprudelnde Energie
Marie Lange:  Gott machte das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. Und so geschah es.

 

 

 

 

 

 

 

Cosima Breker: Lautlos im All -  Die noch unbewohnte Erde

 

 

 

 

 

 


Luisa Horsters:

Und Gott schied das Licht von der Finsternis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mystisches Licht bei Sonnenaufgang  - lange bevor der Mensch die Erde betritt
Amelie Dentzer: Und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Dana Zimmermann:

Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von Schwärmen lebendiger Wesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lara Lehmkämper : Dann sprach Gott: Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet, Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen mit Samen darin auf der Erde. Und so geschah es.

 

 

 

 

 

 

 

 


Lola Wagner: Die Erde brachte junges Grün hervor, Gewächs, das Samen nach seiner Art bildet, und Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war.

 

 

 

 

 

 

 


Maja Sonnenschein:  Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.
Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde leuchten,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Maria Herholz: 
Gewächs, das Samen nach seiner Art bildet,


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Isabell Krüger und Sara Krause:
Die Erde brachte junges Grün hervor, Gewächs, das Samen nach seiner Art bildet, und Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin nach ihrer Art.