Musik 2019/20

Orchesterausflug zum Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden

Am vergangenen Freitag (24. Januar) hatte das große Orchester der LFS die Gelegenheit, einen Einblick in die musikalische Arbeit der Bundeswehr zu bekommen. Abgeholt wurden die Schülerinnen und Schüler mit einem Bundeswehrbus an der Schule. An der Kaserne angekommen, erklärte Herr Gilcher (Oberstabsfeldwebel) einiges über den Bau der Kaserne. Auch gab er einen Einblick in die Ausbildung zum professionellen Militärmusiker. Danach durfte das Orchester eine Probe hautnah miterleben. Das sinfonische Blasorchester spielte für die Schülerinnen und Schüler zunächst die italienische und deutsche Nationalhymne, die am 31. März in Nürnberg beim Länderspiel zu hören sein werden. Im Anschluss erklärte der Dirigent Michael Euler (Oberstleutnant) mit Hörbeispielen eindrucksvoll das zeitgenössische Werk „1405: Der Brand von Bern“ von dem schweizerischen Komponisten Mario Bürki:

 

Vor 600 Jahren wütete in Bern ein Brand mit verheerenden Folgen für die ganze Stadt. Aufgrund ungünstiger Windverhältnisse geriet das Feuer schnell außer Kontrolle und legte Teile der Stadt in Schutt und Asche. Die Ursache dieses Feuers konnte nie abschließend geklärt werden.

 

Nach der Einführung in das Werk, hörten wir das Stück im Zusammenhang und konnten musikalisch die Feuerkatastrophe in Bern nachempfinden. Ein einmaliges Erlebnis! Am Ende der Probe spielten die Schlagzeuger aus dem Blasorchester für uns ein selbstgeschriebenes Stück mit Wasserrohren, Schlagwerk und E-Gitarre, das uns alle begeisterte. Nach der aufschlussreichen Probe gab es für uns ein leckeres Frühstück, welches extra nur für uns zubereitet wurde. Nach der Stärkung zeigte Herr Gilcher uns die Übungs- sowie Ausbildungsräume der Kaserne. Zahlreiche Professoren und Dozenten der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf unterrichten hier die Auszubildenden. Wir durften sogar beim Unterricht zuschauen, bevor es wieder mit dem Bundeswehrbus zurück an die LFS ging. An dieser Stelle möchte sich das ganze Orchester für den großartigen Tag bei Herrn Gilcher bedanken, der uns diesen Einblick in die Ausbildung zum Militärmusiker ermöglicht hat. Herzlichen Dank!

 

24 Türen – Geschichten und Musik für Generationen

Am 4. Dezember hat unser Flötenensemble unter der Leitung von Frau Kämmerer gemeinsam mit Sophie Nguyen an der Violine, Frau Leers am Klavier und unserem ehemaligen Schulleiter Peter Bärens als Vorleser den Adventskalender „24 Türen“ des St. Marien Krankenhauses und des St. Marien Seniorenheimes gestaltet. Die musikalischen Darbietungen unserer Schülerinnen und die sowohl heiteren als auch besinnlichen Weihnachtsgeschichten, die Herr Bärens ausgesucht hatte, bereiteten den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern viel Freude. Langanhaltender Applaus belohnte Musikerinnen und Vorleser.

 

Schüler*innen der LFS Ratingen begeistern beim traditionsreichen Weihnachtskonzert

Betörender Lockruf in die Stille


Manchmal muss man die Stille mit einem Ton ausfüllen, um sich ihrer bewusst zu werden. Getreu diesem Motto füllten Chor und Orchester der LFS Ratingen mit zwei geglückten Aufführungen am 10. und 11. Dezember den Innenraum der St. Suitbertuskirche in Ratingen mit besinnlichen Klängen zur Adventszeit. Stille statt Schrei! Inneres Innehalten statt Termin-Terror und Konsum-Chaos in einer Zeit, in der viele Jugendliche den schmissigen Soul-Song „Everybody needs somebody“ aus der Amazon-Werbung ernsthaft für ein Weihnachtslied halten. Für knapp zwei Stunden glückte den rund 200 beteiligten Schüler*innen und Ehemaligen aus Chor und Orchester der meditative Sprung in ein musikalisches Zeitfenster der zärtlichen Zurückhaltung: Ein friedlicher Funke der inneren Andacht  - er sprang tatsächlich auf das Publikum über.

Ein lohnenswerter Lockruf in die Stille war der Einzug aller am Konzert beteiligten Personen zum afrikanischen Traditional „Hambani Kahle“. Der Unterstufenchor festigte diese feierliche Stimmung mit den beiden besinnlichen Liedern „Still senkt sich die Nacht hernieder“ und „Advent heißt stille sein“,  bevor das Unterstufenflötenquartett eine bezaubernde musikalische Antwort auf die Frage „Where are you christmas?“ gab. Beim anspruchsvollen Vortrag des Kammerorchesters mit dem „Kanon in D-Dur“ von Pachelbel  traten Geigen, Flöten und Klavier in einen stimmigen musikalischen Dialog. Ein früher Höhepunkt des Konzertabends!

Immer wieder gelang es den Jugendlichen im Verlauf des abwechslungsreichen Programms, den Liedern einen lebendigen Geist der Stille einzuhauchen. Vororchester, Kammerorchester mit Unterstufenchor setzten mit „Meine Seele ist stille in dir“ weitere musikalische Glanzlichter in den abgedunkelten Kirchenraum.

Beeindruckend auch die Umsetzung des Kammerchores, der neben Titeln wie „Hör in den Klang der Stille“ auch internationale Stücke wie „In the bleak midwinter“ in den schönsten Tönen erstrahlen ließ. Selbst vereinzelte kleinere Hänger zählten zur Bereicherung des Programms, weil sie aufzeigten, dass an beiden Abenden junge Menschen aus Fleisch und Blut unter Anleitung ihrer Musiklehrer Julia Leers, Ute Klein, Johanna Kämmerer und André Schürmann in ihrer Freizeit live auf der Bühne standen: Ein lebendiger Eindruck von Authentizität, der mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist!

Ein emotionaler Höhepunkt war zweifellos die feierliche Schlussmeditation „Stille Nacht, heilige Nacht“, in die das Publikum aktiv einbezogen wurde. Neben einem Querflöten-Solo von Johanna Kämmerer, das den Zuhörern Tränen der Rührung in die Augen trieb, stachen hier vor allem die hervorragende musikalische Begleitung durch Nike Daniels an der Harfe, Sophie Nguyen (Violine) sowie Nico Rogman (Trompete) heraus.

„Ihr seid der Stolz unserer Schule!“, rief Rektor Christoph Jakubowski den musikalischen LFS-Kids unter dem lang anhaltenden Beifall des Publikums zu. So verließen die Zuhörer mit einem Gefühl der Demut und Dankbarkeit den Kirchenraum, weil es den Jugendlichen gelungen war, einen musikalischen Kontrapunkt zum alltäglichen vorweihnachtlichen Wahnsinn zu setzen. Früher brachte der Lärm die Menschen aus der Ruhe. Heutzutage ist es die Stille. „Doch wer wollte, konnte die Andacht der Adventszeit hören!“, bilanzierte Konrektorin Birgit Weber. Die dröhnende Geräuschkulisse der Gegenwart - sie war für einen Moment verstummt!