Presse 2019/20

Ratinger Wochenblatt , 19.9.19

Rheinische Post:  Jede Menge Bienenfleiß an der Liebfrauenschule

Ratingen Perfekt ausgestattet geht die Bienen-AG ab sofort ans Werk. Zwei neue Holzhäuser schaffen Platz – und Ordnung.

von Paul Köhnes                      RP 16.9.2019

Nach vier Jahren Arbeitszeit von einem Generationenprojekt zu sprechen – geht das überhaupt? An der Liebfrauenschule kein Problem. Denn dort haben sich seit Beginn des Interesses an Bienen zwei Schulleiter nacheinander, ein Vater zweier ehemaliger Schülerinnen, zwei neue Lehrerinnen und natürlich zahlreiche Schüler an einem Stück Arbeit beteiligt, das mit „Bienen-Arbeitsgemeinschaft“ eigentlich unzulänglich beschrieben ist.
Die beiden Lehrerinnen Lisa Sörgel und Carla Mentzen betreuen die Bienen AG und sehen es ganz nüchtern: „Der Betrieb weitet sich aus.“ Für sie selbst war dieser Betrieb allerdings alles andere als eine Stegreif-Aktion. Voran ging ein einjähriger Weiterbildungskursus im Duisburger Bienenmuseum – Theorie und Praxis. Jetzt sind beide Jung-Imkerinnen. Mit guten Kontakten zu Ratinger Imkern. Daheim an der Schwarzbachstraße waren zwischendurch logistische Probleme schwer zu lösen. „Unser ganzes Material, Schutzanzüge und Kisten inklusive, waren im Keller gelagert. Nach einem Wasserschaden dort ging das so nicht mehr weiter. Abgesehen davon, dass die Schlepperei zeitaufwendig war“, erinnert sich Sörgel.
An dieser Stelle kam vor etwa einem Jahr Felix von Platen ins Spiel. Der kennt zum einen die Liebfrauenschule sehr gut, weil seine zwei Töchter Schülerinnen dort waren. Und zum anderen ist er, wie Sörgel verriet, Bauingenieur von Beruf. Gemeinsam mit anderen Eltern machte er sich ans Werk, um zwei Bienenhäuser zu bauen. „Sozusagen als Bauleiter und Vorarbeiter.“ Holzbauten, die Ende vergangener Woche feierlich eröffnet, getauft und mit den zugehörigen Namensschildern versehen wurden. Die „Villa Felix“ ist dem tatkräftigen Ingenieur zugeeignet, die „Villa Peter“ dem inzwischen pensionierten Schulleiter Peter Bärens. Zu Hilfe kam der Schule für das Vorhaben auch die Firma Franken Holz und die Sparkasse, wie Schulleiter Christoph Jakubowski nicht zu erwähnen vergaß.
Bärens war es auch, der bei der feierlichen Eröffnung der beiden Villen an den Beginn des Bienenprojekts an der Schwarzbachstraße erinnerte: „Das kam ins Rollen, als eine Studentin bei mir anfragte, ob sie im Rahmen einer Masterarbeit zwei Bienenvölker auf dem Schulgelände ansiedeln dürfe.“ Sie durfte. „Und danach haben wir die Völker nicht mehr abgegeben.“
Organisatorisch ist die Schüler-AG so aufgestellt: 28 Neuntklässler machen sich im 14-tägigen Wechsel in zwei Gruppen je vier Stunden ans Werk. „Das bringt Spaß und man konnte auch sehen, wie die Arbeit immer weiter voranging“, kommentierten Louis, Jacob, Pasquale und Frederik. Und übrigens: „Auch im Winter ist gut zu tun.“

Die Lehrerinnen Carla Mentzen und Lisa Sörgel mit dem Erbauer der Häuser, Felix von Platen und dem ehemaligem Schulleiter Peter Bärens. Foto: Blazy, Achim (abz)