Kreative Arbeiten zur Coronakrise

Um besser zu sehen, bitte vergrößern und als Bilderschau ansehen!

Kunst, Christen und Corona - Die Welt hält den Atem an!
von Markus Vorpeil

Aussagekräftige Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern der erzbischöflichen Liebfrauenschule Ratingen illustrieren ein bedrohliches Szenario der weltweiten Pandemie

Bringt man die divergierenden Bezugspunkte Kinder, Christen und Corona in einen thematischen Zusammenhang, entfaltet sich ein schillernder Spannungsbogen, der die böse Fratze der Corona-Krise als weltweit akutes Bedrohungsszenario aufzeigt.
So geschehen in der Ratinger Liebfrauenschule, wo Kunstlehrer André Schürmann die Schüler*innen aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 während der unterrichtsfreien Zeit anregte, sich mit der Corona-Krise, ihren persönlichen Gedanken, Gefühlen, Sorgen sowie mit den gesellschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen. Methodisch wurden den Jugendlichen alle Freiheiten gewährt. Es galt das Prinzip der maximalen Kreativität.

Wer die Werke im Zusammenhang sieht, begreift unmittelbar, dass alle Exponate geeint sind vom bedrohlichen Ausdruck einer Welt, die sich in einer lähmenden Schockstarre befindet - einer Welt, die aus den Fugen geraten ist und buchstäblich den Atem anhält:

Eine knallbunte Coronakugel,  plastisch gestaltet, wird umgeben von Botschaften wie z.B. „Ich mache mir Sorgen um die Alten und Schwachen“.
Ein anderes - gespenstisch anmutendes - Bild zeigt anonyme Menschenmassen mit feuerroten Lungen, die freudlos und stumpfsinnig eingesperrt durch enge Gitterstäbe glotzen, während sie ihrem neuen Götzen Klopapier huldigen, das - kultisch erhöht und mit einer goldenen Krone versehen - auf einer Art Thron steht. Ein Werk, das beweist, dass die Corona-Krise als einschneidender befremdlicher Kulturbruch wahrgenommen wird.
Verstörend auch die verfremdete Adaption des berühmten Michelangelo-Motives aus dem Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle in Rom. Während im Original dargestellt wird, wie Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger Adam zum Leben erweckt, hat sich nun ein bösartiger farbiger Virus in den heiligen Schöpfungsakt eingeschlichen. Ein Zerrbild, das zeigt, wie tiefgründig die Zerstörung in das christliche Verständnis einer ursprünglich unberührten Welt eingedrungen ist. Gilt auch zwischen Mensch und Gott: „Halte Abstand!“?

Die vielfältige Gesamtschau der Kunstwerke zeigt wie engagiert die Jugendlichen auf dieses Thema reagiert haben und räumt eindrücklich mit dem Verdacht auf, dass Jugendliche die Corona-Krise als ein ausschließliches Problem älterer Menschen fahrlässig beiseite schieben. “Meine Mutter und ich haben angefangen Gesichtsmasken zu nähen, da kam mir die Idee einen solchen aus Gips umgeben von Viren darzustellen“ schreibt Maja Sonnenschein zu ihrem plastischen Werk.
Im Gegenteil: „Bei allen Werken spürt man ein hohes Maß an persönlicher Reflexion der Ausnahmesituation. Schüler*innen erleben ein globales Bedrohungspotenzial und entwickeln politisches Problembewusstsein. Darüber hinaus schildern sie kreativ individuelle Sorgen und Nöte“, fasst Kunstlehrer André Schürmann den Gesamteindruck der Werkschau zusammen.
Neben aller Verstörung flammen aber auch oftmals Hoffnungen und Visionen von einer verbesserten Welt durch z.B. mehr Solidarität und Hilfsbereitschaft in den Bildern auf. Ein Signal, dass die Welt nach der Bewältigung der Corona-Pandemie eine andere sein wird - aber auch ein hoffnungsvoller Ausdruck von Zutrauen und Zuversicht im Angesicht der Krise.

Mutmacher-Steine als Botschaft zur Corona-Zeit

 

Die 5ten Klassen haben in der letzten Woche fleißig Steine verziert und mit Botschaften bestückt, die in der aktuellen Situation Freude, Mut und Zusammenhalt ausdrücken sollen. Die Kinder haben die Botschaften ihren Großeltern und Freunden von die Haustür gelegt, sowie in der Gegend versteckt.

 

Vielleicht haben Sie schon einen unserer Steine in Ratingen gefunden?

 

Körperkunst - Message am Körper

Im Bereich der Textilkunst haben die Klassen 7a und 7c Graffitis in Form von Botschaften auf dem Körper gestaltet.

 

Körperkunst:

In vielen Kulturen wurde der Körper mit Farbe bemalt z.B. zur Abwehr von bösen Mächten.

Auch heute noch gibt es kulturelle Symbole und Formen, die auf dem Körper aufgetragen werden. Besonders bekannt zur Körperbemalung ist die aus Pflanzen hergestellte Henna-Farbe. Beim Bodypainting entsteht kurzfristige Körperkunst. Wohingegen Tattoos ein Leben lang bleiben. Daher haben viele Tattoos eine emotionale Bedeutung für die Person und andere Tattoos sollen eine Message verkörpern.

 

Bei unserem Projekt soll nur der Anschein geweckt werden, dass der Körper bemalt ist. Daher wurden alte, kaputte Nylons Strumpfhosen upgecycelt und ein Graffiti, mit einer Message zur aktuellen Situation, angefertigt werden. Anschließend wurde ein Foto gemacht, bei dem es so wirkt als würde die Message wirklich auf dem Arm stehen.