Presse Schuljahr 2021/22


RP,17.5.22



RP online 07.03.22

Ratingen und die Ukraine: Große Hilfsbereitschaft und Entsetzen

Ratingen Die einen sammeln Geldspenden, wie beispielsweise die Liebfrauenschule. Andere positionieren sich, indem sie sich auf die Seite der Ukrainer stellen und einen Stopp des Krieges fordern.

Ratingen 

Seit mehr als einer Woche herrscht Krieg in der Ukraine. Das lässt die Bürger nicht kalt.

„Die SPD-Fraktion verurteilt Putins Krieg aufs Schärfste“, sagt die Ratinger Landtagsabgeordnete, Elisabeth Müller-Witt nach einer Sondersitzung zum Thema Ukraine. „Die Folgen von Putins Krieg werden wir auch im Kreis Mettmann spüren. Das wurde bei der Sondersitzung der Fraktion deutlich“, sagt Müller-Witt. Nun müsse sich Nordrhein-Westfalen vor allem darauf vorbereiten, Flüchtenden zu helfen. Erste Ratinger haben bereits Geflüchtete bei sich aufgenommen.

 

Die Rheinbahn kündigt an, Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos zu befördern. Die Regelung gilt für alle Nahverkehrszüge wie S-Bahn, Regionalbahn, Regionalexpress sowie für alle U-, Straßen-, Stadtbahnen und Busse. Als Fahrausweis dienen entweder ein gültiges ukrainisches Ausweisdokument oder sogenannte „0-Euro-Tickets“, wie sie von der Deutschen Bahn im Fernverkehr ausgestellt werden.

 

Mit einer spontanen Spendenaktion zeigt die Liebfrauenschule Ratingen Flagge für den Wunsch nach Frieden und gegen den brutalen Angriffskrieg russischer Truppen auf das Territorium der Ukraine. Auf Initiative der beiden SV-Lehrer Paulina Bednarczyk und Frank Teggers bat die Schülervertretung (SV) möglichst alle LFS-Kids um eine Spende von mindestens einem Euro, die der Not leidenden zivilen Bevölkerung in der Ukraine zugutekommen wird. So spendete die Klasse 9d ihren kompletten Erlös an – auf dem Schulgelände gesammelten – Pfanddosen. Das Ergebnis der Spendenaktion war überwältigend.

„Wir sind froh, dass wir mit unserem Engagement etwas Konkretes erreichen können. Das erscheint uns sinnvoller, als ohnmächtig in den Klassenzimmern die grausamen Bilder dieses Krieges ertragen zu müssen!“, bewertet Schülersprecherin Hanna Cremer die Bilanz der Schüler-Initiative, die neben der erwirtschafteten Summe auch eine nicht zu unterschätzende ethische Dimension hat. „Schließlich gibt es an der LFS Ratingen zahlreiche Familien mit ukrainischem oder russischem  Migrationshintergrund, die seelisch unter den Folgen dieses Krieges leiden“, betont Schulleiter Christoph Jakubowski.

 

Viele Menschen wollen helfen. Der DRK-Kreisverband sieht das mit gemischten Gefühlen. „Es ist überwältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die Zivilgesellschaft in Deutschland auf allen Ebenen zu helfen bereit ist“, heißt es in einer Erklärung. „Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen“, sagt Stefan Vieth, Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbandes.

 

„Damit die Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns all unsere Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern vielmehr die humanitäre Arbeit vor Ort. Es bestehen seitens unserer Schwestergesellschaften momentan keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener und nicht zentral angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote“, sagt Stefan Vieth, weiter.

Geldspenden seien gegenüber Sachspenden wesentlich effektiver: Ihr großer Vorteil sei, dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können. Damit ließe sich die humanitäre Hilfe gezielter an die jeweiligen Bedarfslagen vor Ort anpassen. Dies sei absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern.

Mit Geld möchte auch das Gartencenter Schley in Breitscheid helfen. Zugunsten der Nothilfe für die Ukraine der Aktion Deutschland hilft spendet das Unternehmen den kompletten Erlös des Primelverkaufs im Zeitraum vom 7. bis 13. März.


Ratingen  Grüße und Besuche kamen im Seniorenzentrum St. Marien gleich zweimal gut an. Dafür sorgten Gruppen zweier Schulen in der Weihnachtswoche.

RP 24. Dezember 2021 um 14:57 Uhr Eine Minute

Schüler der Friedrich- Ebert - Schule im Marienhof
Schüler der Friedrich- Ebert - Schule im Marienhof

Unter dem Motto „Freude schenken - Freundschaft lenken“ waren auch in diesem Jahr viele Schüler der Liebfrauenschule Ratingen kaum zu bremsen, als es darum ging, liebevolle weihnachtliche Grüße für die Bewohner des Seniorenheims Marienhof zu übermitteln. Das Engagement der Jugendlichen kannte keine Grenzen: Sie schrieben altvertraute und lustige Weihnachtsgedichte auf und gestalteten sie kunstvoll - sie bastelten Fenstersterne und stellten Engelchen als dekorative Tischdekoration her. Damit setzten die Jugendlichen eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenheim und der erzbischöflichen Realschule fort, deren Bedeutung durch eine Kooperationspartnerschaft untermauert wird. Beschenkt wurden am Ende alle: Zum einen die jugendlichen Bastelköniginnen, indem sie die Freude genießen durften, die es bereitet, Freunde zu beschenken. Zum anderen die Bewohner des Seniorenheims, die sich an den fantasievollen Grüßen erfreuten. Als Ausdruck dieses Bündnisses von Herz zu Herz überreichte LFS-Projektleiterin Maria Mund-Marek dem Leiter des Seniorenheimes, Horst Ramm, einen Präsentkorb.

 Und noch mehr überraschende Weihnachtspost erreichte die  Bewohner des Seniorenzentrums Marienhof: Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule überreichten ein Paket mit Weihnachtskarten, welche die Schüler individuell gestaltet hatten. Die Idee zu der Aktion kam von Schülern: „Die Kinder hatten sich die Frage gestellt, wie man älteren Menschen in dieser Jahreszeit eine Freude machen kann", sagt Lehrerin Karin Rauer. Katharina Klaus von der Elternschaft ergänzt: „Das haben wir gerne unterstützt und das Bastelmaterial zur Verfügung gestellt."


Rheinische Post 24.12.21

 

Erzbischöfliche Realschule in Ratingen:                        Schlammschlacht für junge Läufer

Top-Resultate beim Rennbahn-Crosslauf gab es für die Liebfrauenschule. Es war der erste Start nach zwei Jahren coronabedingter Pause.

Erfolgreiche Cross-Läufer der LFS nach getaner Arbeit. Foto: RP/LFS

(RP) Es läuft bei der Liebfrauenschule – in jeder Hinsicht. Bestes Beispiel für die Erfolgsstory der Ratinger Realschule, die sich seit Jahren zu einer Talentschmiede für junge Läufer entwickelt hat, waren Top-Resultate beim Rennbahn-Crosslauf, der in Mülheim/Ruhr ausgerichtet wurde. Dort, wo sonst edle Vollblüter aus ihren Startboxen jagen, begann für die Teilnehmer der Liebfrauenschule ein Lauferlebnis der besonderen Art. Bei nasskaltem Wetter mit Nieselregen und niedrigen Temperaturen meisterten 24 Schüler den tiefen und mit Pfützen übersäten Sandboden. An einigen Stellen entwickelte sich der Lauf zu einer Schlammschlacht. Doch davon ließen sich die Starter nicht abschrecken. Im Gegenteil: Sie absolvierten ein tolles Rennen mit beeindruckenden Ergebnissen.

Am Ende standen zwei Teams der LFS auf dem Sieger-Podest: Einen herausragenden 1. Platz belegte die Jungen-Staffel mit folgenden Teilnehmern: Bruno Wagner und Leo Wagner (beide 7b) und Jonah Rühlemann und Nico Rogmann (beide 10b). Die vier Lauf-Asse bewältigten die 4 x 2,1 km lange Staffel-Strecke mit einem deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz in knapp 33 Minuten. Aber auch die LFS-Mädels stellten Frauenpower unter Beweis. In der Besetzung Lilly Mainka (9a), Judith Alexander (9d), Marike Arnold und Cosima Gante (beide 10a) absolvierten die vier Starterinnen die Laufstrecke in knapp 41 Minuten und landeten auf einem dritten Rang.

„Besonders beeindruckend war für alle Teilnehmer, dass wir uns beim Rennbahn-Crosslauf einmal mehr als große LFS-Familie präsentiert haben“, bilanzierte Konrektorin Birgit Weber. „Kennzeichnend für den Zusammenhalt an unserer Schule ist, dass wir insgesamt sieben Staffeln mit je vier Läufern stellen konnten.“ So waren neben zahlreichen Schülern aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 auch Schulleiter Christoph Jakubowski sowie ehemalige Schüler und Eltern beim Rennbahn-Crosslauf persönlich am Start.

Endlich – nach fast zwei Jahren coronabedingter Wettkampfpause – konnte die Lauf-AG wieder an einem Wettbewerb teilnehmen. Verlernt haben die Schüler nichts.


Ratingen , 1.12.21. Rheinische Post

Ergreifendes Konzert der Liebfrauenschule

Die Zeit der Corona-bedingten Stille ist vorbei.

DIE LIEBFRAUEN-SCHÜLER KONNTEN DIE TRADITION DER WEIHNACHTSKONZERTE NACH EINEM JAHR PAUSE FORTSETZEN.

Von Werner Schürmann

„Nach der Stille ... endlich Musik“ – so lautete der Titel des diesjährigen Programms der Liebfrauenschule. Mit brennenden Kerzen in den Händen, so zogen die Schülerinnen und Schüler bedächtig durch das Mittelschiff der abgedunkelten St. Suitbertuskirche zum Altarraum ein. Das traditionelle: „Hambali Kale“ (das Licht erleuchte die Nacht) erklang nun im Wechselgesang von allen festlich gekleideten Sängerinnen und Sängern.

 Schulleiter Christoph Jakubowski begrüßte sehr bewegt die Zuhörer und sagte: „Ich hatte keine Ahnung, dass nach dem letzten Weihnachtskonzert 2019 Corona-bedingt so eine unerwartete Stille über die Schule einbrach, kein Singen, kein Musizieren, keine Proben mehr.“ Er erwähnte auch das Zitat des Kabarettisten Eckard von Hirschhausen: „Glück kommt selten allein, es kommt mit Musik.“

So war es nun eine riesengroße Freude, dass nach den Sommerferien 2021 Lehrer und Schüler gemeinsamen wieder singen und spielen durften. So konnte man wieder regelmäßige Proben für das nun stattgefundene Weihnachtskonzert durchführen. Das Ergebnis war nicht nur zu hören, es zeichnete sich auch auf den fröhlichen und teilweise strahlenden Gesichtern der Aufführenden ab.So begann auch gleich der Unterstufenchor mit zwei neuen Weihnachtsliedern: „Die Tage werden kürzer“ und „Weihnachtsmarkt“, die sie mit Bravour und Riesenfreude zum Besten gaben. Das Kammerorchester, das diesmal eher ein Quartett war, entzückte mit „The First Nowell“ und „Kling Glöckchen“ wobei der junge Trompeter Nico Rogmann mit sehr gefühlvollem Ton auffiel. Musiklehrerin Julia Leers leitete die Gruppe souverän vom Klavier aus. Das folgende Vororchester spielte nun sehr schmissig: „Rudolf das Rentier“, geleitet wurde der instrumentale Nachwuchs von Johanna Kämmerer.

Nach den flotten Klängen des Unterstufen-Quartetts war wiederum der Unterstufenchor zu hören: „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, „Maria durch ein Dornwald ging“, „Gott des Friedens, wobei wie bei den Fürbitten im Gottesdienst vereinzelte Kinder ihre Bitten für eine bessere Welt vortrugen, es war ein zu Herzen gehender Vortrag. Beeindruckend schön waren die Darbietungen des Ehemaligen Chores. „Maybe next chrismas“ und „Winter wonderland“ wurden in hervorragender sehr guter Deklamation, beinah professionell gesungen, unter dem souveränen Dirigat von Musiklehrer André Schürmann.

Das Quartett war noch einmal mit „Tochter Zion“ und „We wish you Merry Christmas“ in  ausgezeichneter Spielweise zu hören. Der Unterstufenchor rundete seine glänzenden Auftritte mit zwei allerliebsten Weihnachtsliedern von Altmeister Rolf Zuckowski ab.

Aus der Abteilung Musical sangen berührend schön Lena Pawella und Mariella Kleinknecht wie die Profis: „When Christmas comes to town“ aus dem Film: Polarexpress. Vor dem gemeinsamen Lied: o du fröhliche“, das vom Publikum allerdings nur zum „Mitdenken“ gedacht war, kam noch das große Orchester zusammen und spielte  herrlich schön ein Thema aus dem Ballett: „Schwanensee“ von Peter Tschaikowsky. 

 

Das Publikum dankte mit tosendem Applaus.



Rheinische Post, Mittwoch 27.Oktober 2021

Imposante Version von Carmina Burana

Zwei Klaviere und fünf Schlagzeuge begleiten den Konzertchor Ratingen bei der Aufführung in der Stadthalle. Mit dabei ist am 20. November auch der Kinderchor der Liebfrauenschule.

Am Samstag, 20. November, bittet der Chor zur Carmina Burana in der Stadthalle Ratingen. Das Kulturamt habe dem Konzert dankenswerterweise stattgegeben. „Wir haben anfangs mit 300 Zuhörern geplant, nun dürfen es aber dank der 2-G-Regel sogar deutlich mehr sein“, so Chorleiter Thomas Gabrisch. „Wir haben uns für die unbekanntere, aber besonders spektakuläre Fassung der Carmina Burana mit zwei Klavieren und fünf Schlagzeugern entschieden“.

Die von Carl Orff autorisierte Fassung entstand erst 1954, annähernd 20 Jahre nach der Uraufführung. Orff wählte in den 30er-Jahren 14 Texte aus der um 1230 entstandenen Handschrift der „Carmina Burana“, einer Liedersammlung aus Benediktbeuern in lateinischer, mittelhochdeutscher und altfranzösischer Sprache. Sänger und Instrumentalisten erzählen vom Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, von Liebe, Lebenslust und Liebeswerbung, von Romantik, Mystik sowie dem Glauben an die Göttin des Glücks: „O Fortuna, velut luna statu variabilis“.

Mitreißende Musik und bildhafte Schilderungen verdeutlichen, worum es geht: um Gelage, um Frühlingsgefühle und Schicksal. Mit Kevin Anderwaldt, Leon Günther, Julian Jaspers. Florian Köhn und Max Stracke am Schlagzeug hat der Chorleiter wieder außergewöhnlich begabte Studierende der Robert-Schumann-Hochschule engagieren können. Zu hören sind sage und schreibe fünf Pauken, drei Trommeln, Triangel, verschiedene Becken, Ratsche, Kastagnetten, Schlittenglocken, Tamtam, Tamburin, Röhrenglocken, Xylophon, Glocken und Glockenspieler. Die Pianistinnen Soomija Park und Rie Sakai sind zwei erfahrene Kolleginnen von Gabrisch, mit denen er schon seit vielen Jahren gerne zusammenarbeitet.

Als renommierte Solisten konnten Sabine Schneider, Peter Schöne und Joaqín Asiáin verpflichtet werden. „Mit Joaquín Asiáin konnten wir den Spezialisten schlechthin für die Rolle des Schwans in der Carmina Burana gewinnen: Er hat diese Rolle mittlerweile über 200 Mal in 13 Ländern gesungen“, so Thomas Gabrisch. Die Partie des Schwans ist in diesem Werk von besonderer Bedeutung. Carl Orff hat diese Arie für Tenor in einer außergewöhnlich heiklen, da hohen Stimmlage komponiert: dreimal hohes C, weitere drei hohe D und neun hohe H in drei Strophen gesungen. Asiáin übernimmt diese in Vollstimme und nicht im Falsett. Hingebungsvoll zeigt er dem Publikum, wie „der arme Schwan“ leidet und welch trauriges Schicksal er erleidet – letztendlich wird er gefressen. Das alles verpackt in einer grotesken, skurrilen Atmosphäre und mit einer gewissen Portion Humor.

Last but not least freuen sich die Sänger über die Unterstützung des Kinderchors der Liebfrauenschule Ratingen, der Schule, in der wöchentlich geprobt wird und der die Mitwirkenden sich daher besonders verbunden fühlen.

 

link zum Online-Artikel:  https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/konzertchor-ratingen-mit-carmina-burana-in-der-stadthalle_aid-63701319


RP - online 12.11.21

Oberschlesisches Landesmuseum :                                                       Projekt: Liebfrauenschüler*innen befragen Zeitzeugen

Liebfrauenschülerinnen interviewen Zeitzeugen vor der Kamera. Foto: RP/Oberschlesisches Landesmuseum
Liebfrauenschülerinnen interviewen Zeitzeugen vor der Kamera. Foto: RP/Oberschlesisches Landesmuseum

Das Projekt findet im Rahmen der Landesinitiative „Bildungspartner NRW. Museum und Schule“ statt und dauert ein Jahr. Das Museum versteht sich dabei als außerschulischer Lernort.

Zeitzeugen machen Geschichte greifbar. Davon überzeugen sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Liebfrauenschule in Ratingen. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Paulina Bednarczyk und dem Museumspädagogen Bartlomiej Ondera befassen sie sich ein Schuljahr lang mit der Zeit des Mauerfalls und beschäftigen sich mit Menschen, die aus Oberschlesien nach NRW aussiedelten.

Sie befragen selbst Zeitzeugen und lernen dabei die Unterschiede kennen zwischen Faktenwissen aus dem Lehrbuch und individuellen Erlebnissen und Schilderungen von Menschen, die die Geschichte tatsächlich erlebt haben. Das Projekt baut auf einer vorangegangenen Kooperation des Museums mit dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Ruhr-Universität Bochum auf.

Bewegende, oft emotionale Augenzeugenberichte vermitteln lebendiges Geschichtswissen. Die Erinnerungen und Berichte von Zeugen werden oft als authentisch, wahrhaftig und unmittelbar geschätzt. Wie kritisch muss man sein bei der Analyse subjektiver Erinnerungen, die zwingendermaßen sehr persönliche Erfahrungen sind?  Geschichte hat zahlreiche Perspektiven, viele Ereignisse werden etwa in Polen anders erinnert als in Deutschland und nachfolgenden Genrationen unterschiedlich überliefert. So entstehen verschiedene Narrative. 

Die Liebfrauenschule in Ratingen und das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen bauen mit diesem Projekt ihre Zusammenarbeit weiter aus. Nachdem im vergangenen Jahr die Ausstellung „Unsere Natur. Die Schönheit der Welt“ der Jahrgangsstufe 10 im Oberschlesischen Landesmuseum zu sehen war und sie am Ausstellungskonzept mit dem Verfassen von Objekttexten und dem Finden des Ausstellungstitels selbst mitarbeiten konnten, konnte nun wieder ein gemeinsames Schulprojekt starten.  

Museums-Direktorin Andrea Perlt freut sich über das Kooperationsprojekt: „Schon früh Schülerinnen und Schüler für Oberschlesien als europäische Region zu begeistern, spornt uns besonders an. Unser Museum ist prädestiniert als außerschulischer Lernort, denn oberschlesische Themen lassen sich hervorragend mit schulischen Lernfeldern kombinieren. Wir sind daher sehr froh, dass die Liebfrauenschule unsere Projektidee so begeistert aufgenommen hat.“

„Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Landesmuseum bereichert das pädagogische Konzept der Liebfrauenschule auf vielfältige Weise“, so Christoph Jakubowski, Rektor der Liebfrauenschule.


Kirchenzeitung 29.10.2021


Ratinger Wochenblatt 23.10.21


7.10.2021 RP

Unterricht unterm Blätterdach

 

Schule in Ratingen

Ratingen.

Die Liebfrauenschule hat künftig gleich zwei grüne Klassenzimmer. Engagierte Schüler und Lehrer setzten sich dafür ein, dass der Unterricht auch unter freiem Himmel stattfinden kann.

Die Zeiten, in denen Schüler bei schönem Wetter sehnsüchtig nach draußen blicken, während der Unterricht in geschlossenen Räumen vonstattengeht, sind in der Liebfrauenschule vorbei. In monatelanger Eigenarbeit fertigten Schüler und Lehrer zwei Sitzgruppen unter dem Dach des alten Baumbestandes. Hier ist nun Unterricht im Freien möglich.

Lisa Sörgel, Lehrerin für Biologie und katholische Religion, stolperte Anfang des Jahres über einen Wettbewerb des Deutschen Kinderhilfswerks, die Geld für die Schaffung naturnaher Schulhöfe und grüner Klassenzimmer auslobte. Per Videokonferenz klopfte sie bei Schülern und Lehrern ab, ob überhaupt Interesse an einem solchen Projekt bestünde. Die Zustimmung war groß.

Ein Platz auf dem Schulgelände war schnell gefunden. Kollege André Schürmann, Lehrer für Kunst und Musik, fertigte ein Modell und der Plan nahm langsam Formen an. Es folgte eine mehrmonatige Bauzeit, in der Kunst-, Technik, Biologiekurs und Bienen AG Ideen und Tatkraft einbrachten. „Insgesamt haben wir 190 Meter Holz und rund 1000 Schrauben verbaut“, so Schürmann.

„Ein Meilenstein für unseren Schulschwerpunkt Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sinne der Bewahrung der Schöpfung“, lobt Schulleiter Christoph Jakubowski den Einsatz. Insgesamt sechs Bienenvölker sind bereits auf dem Schulgelände zu Hause, es gibt eine eigene Baumschule, ein Insektenhotel, eine Nachhaltigkeits-AG, eine Fairtrade-AG und einen Warenautomaten, der ausschließlich fair gehandelte Produkte liefert. „Wir sind auf dem Weg, Fairtrade-Schule zu werden“, hat Jakubowski das Langfristziel im Blick. Da passte das grüne Klassenzimmer gut ins Konzept.

Während die Idee des grünen Klassenzimmers in Ratingen auf fruchtbaren Boden fiel, konnte die Liebfrauenschule mit ihrem Konzept bei dem angestrebten Wettbewerb nicht punkten. 5000 Euro wären für die Umsetzung des Projekts zu gewinnen gewesen. Die mussten jetzt anders aufgetrieben werden. „Glücklicherweise hatten wir den Förderverein der Schule an unserer Seite, der sofort zusagte, bei der Finanzierung zu unterstützen“, berichtet Sörgel.

Lange überlegen durften die Organisatoren nicht. Im Frühjahr schnellten aufgrund der Holzknappheit die Preise für das Rohmaterial sprunghaft in die Höhe. Also schlug die Schule zu und fand bei Frankenholz einen weiteren Unterstützer des Projekts. Der Betrieb konnte der Schule ein paar Prozente gutschreiben. Gesägt, gestrichen und geschraubt wurde dann in Eigenarbeit.

Jetzt endlich sind die grünen Klassenzimmer fertig. Die ersten Unterrichtsstunden unter freiem Himmel fanden bereits statt und wurden für gut befunden. Ein paar Nacharbeiten stehen in den kommenden Wochen noch aus. Zwei Tafeln soll es noch geben und der Textilkurs der Schule hat sich bereiterklärt, wetterfeste Sitzkissen zu nähen.

Schulleiter Jakubowski ist stolz auf das leidenschaftliche Engagement der Schüler. Diese Leidenschaft wird wohl noch gebraucht: „Wir haben noch viele Ideen für die kommenden Jahre“, sagt er.

INFO

Die grünen Klassenzimmer 

Insgesamt acht Tische und 64 Banksitzplätze ermöglichen ab sofort zwei Schulklassen der Liebfrauenschule Unterricht unterm Blätterdach. Die Open-Air-Schulklassen haben sogar WLAN, damit auch mit iPads gearbeitet werden kann.



RP 1.9.21

 


Kirchenzeiteung Erzb. Köln