Presse Schuljahr 2021/22



Rheinische Post, Mittwoch 27.Oktober 2021

Imposante Version von Carmina Burana

Zwei Klaviere und fünf Schlagzeuge begleiten den Konzertchor Ratingen bei der Aufführung in der Stadthalle. Mit dabei ist am 20. November auch der Kinderchor der Liebfrauenschule.

Am Samstag, 20. November, bittet der Chor zur Carmina Burana in der Stadthalle Ratingen. Das Kulturamt habe dem Konzert dankenswerterweise stattgegeben. „Wir haben anfangs mit 300 Zuhörern geplant, nun dürfen es aber dank der 2-G-Regel sogar deutlich mehr sein“, so Chorleiter Thomas Gabrisch. „Wir haben uns für die unbekanntere, aber besonders spektakuläre Fassung der Carmina Burana mit zwei Klavieren und fünf Schlagzeugern entschieden“.

Die von Carl Orff autorisierte Fassung entstand erst 1954, annähernd 20 Jahre nach der Uraufführung. Orff wählte in den 30er-Jahren 14 Texte aus der um 1230 entstandenen Handschrift der „Carmina Burana“, einer Liedersammlung aus Benediktbeuern in lateinischer, mittelhochdeutscher und altfranzösischer Sprache. Sänger und Instrumentalisten erzählen vom Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, von Liebe, Lebenslust und Liebeswerbung, von Romantik, Mystik sowie dem Glauben an die Göttin des Glücks: „O Fortuna, velut luna statu variabilis“.

Mitreißende Musik und bildhafte Schilderungen verdeutlichen, worum es geht: um Gelage, um Frühlingsgefühle und Schicksal. Mit Kevin Anderwaldt, Leon Günther, Julian Jaspers. Florian Köhn und Max Stracke am Schlagzeug hat der Chorleiter wieder außergewöhnlich begabte Studierende der Robert-Schumann-Hochschule engagieren können. Zu hören sind sage und schreibe fünf Pauken, drei Trommeln, Triangel, verschiedene Becken, Ratsche, Kastagnetten, Schlittenglocken, Tamtam, Tamburin, Röhrenglocken, Xylophon, Glocken und Glockenspieler. Die Pianistinnen Soomija Park und Rie Sakai sind zwei erfahrene Kolleginnen von Gabrisch, mit denen er schon seit vielen Jahren gerne zusammenarbeitet.

Als renommierte Solisten konnten Sabine Schneider, Peter Schöne und Joaqín Asiáin verpflichtet werden. „Mit Joaquín Asiáin konnten wir den Spezialisten schlechthin für die Rolle des Schwans in der Carmina Burana gewinnen: Er hat diese Rolle mittlerweile über 200 Mal in 13 Ländern gesungen“, so Thomas Gabrisch. Die Partie des Schwans ist in diesem Werk von besonderer Bedeutung. Carl Orff hat diese Arie für Tenor in einer außergewöhnlich heiklen, da hohen Stimmlage komponiert: dreimal hohes C, weitere drei hohe D und neun hohe H in drei Strophen gesungen. Asiáin übernimmt diese in Vollstimme und nicht im Falsett. Hingebungsvoll zeigt er dem Publikum, wie „der arme Schwan“ leidet und welch trauriges Schicksal er erleidet – letztendlich wird er gefressen. Das alles verpackt in einer grotesken, skurrilen Atmosphäre und mit einer gewissen Portion Humor.

Last but not least freuen sich die Sänger über die Unterstützung des Kinderchors der Liebfrauenschule Ratingen, der Schule, in der wöchentlich geprobt wird und der die Mitwirkenden sich daher besonders verbunden fühlen.

 

link zum Online-Artikel:  https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/konzertchor-ratingen-mit-carmina-burana-in-der-stadthalle_aid-63701319


RP - online 12.11.21

Oberschlesisches Landesmuseum :                                                       Projekt: Liebfrauenschüler*innen befragen Zeitzeugen

Liebfrauenschülerinnen interviewen Zeitzeugen vor der Kamera. Foto: RP/Oberschlesisches Landesmuseum
Liebfrauenschülerinnen interviewen Zeitzeugen vor der Kamera. Foto: RP/Oberschlesisches Landesmuseum

Das Projekt findet im Rahmen der Landesinitiative „Bildungspartner NRW. Museum und Schule“ statt und dauert ein Jahr. Das Museum versteht sich dabei als außerschulischer Lernort.

Zeitzeugen machen Geschichte greifbar. Davon überzeugen sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Liebfrauenschule in Ratingen. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Paulina Bednarczyk und dem Museumspädagogen Bartlomiej Ondera befassen sie sich ein Schuljahr lang mit der Zeit des Mauerfalls und beschäftigen sich mit Menschen, die aus Oberschlesien nach NRW aussiedelten.

Sie befragen selbst Zeitzeugen und lernen dabei die Unterschiede kennen zwischen Faktenwissen aus dem Lehrbuch und individuellen Erlebnissen und Schilderungen von Menschen, die die Geschichte tatsächlich erlebt haben. Das Projekt baut auf einer vorangegangenen Kooperation des Museums mit dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Ruhr-Universität Bochum auf.

Bewegende, oft emotionale Augenzeugenberichte vermitteln lebendiges Geschichtswissen. Die Erinnerungen und Berichte von Zeugen werden oft als authentisch, wahrhaftig und unmittelbar geschätzt. Wie kritisch muss man sein bei der Analyse subjektiver Erinnerungen, die zwingendermaßen sehr persönliche Erfahrungen sind?  Geschichte hat zahlreiche Perspektiven, viele Ereignisse werden etwa in Polen anders erinnert als in Deutschland und nachfolgenden Genrationen unterschiedlich überliefert. So entstehen verschiedene Narrative. 

Die Liebfrauenschule in Ratingen und das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen bauen mit diesem Projekt ihre Zusammenarbeit weiter aus. Nachdem im vergangenen Jahr die Ausstellung „Unsere Natur. Die Schönheit der Welt“ der Jahrgangsstufe 10 im Oberschlesischen Landesmuseum zu sehen war und sie am Ausstellungskonzept mit dem Verfassen von Objekttexten und dem Finden des Ausstellungstitels selbst mitarbeiten konnten, konnte nun wieder ein gemeinsames Schulprojekt starten.  

Museums-Direktorin Andrea Perlt freut sich über das Kooperationsprojekt: „Schon früh Schülerinnen und Schüler für Oberschlesien als europäische Region zu begeistern, spornt uns besonders an. Unser Museum ist prädestiniert als außerschulischer Lernort, denn oberschlesische Themen lassen sich hervorragend mit schulischen Lernfeldern kombinieren. Wir sind daher sehr froh, dass die Liebfrauenschule unsere Projektidee so begeistert aufgenommen hat.“

„Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Landesmuseum bereichert das pädagogische Konzept der Liebfrauenschule auf vielfältige Weise“, so Christoph Jakubowski, Rektor der Liebfrauenschule.


Kirchenzeitung 29.10.2021


Ratinger Wochenblatt 23.10.21


7.10.2021 RP

Unterricht unterm Blätterdach

 

Schule in Ratingen

Ratingen.

Die Liebfrauenschule hat künftig gleich zwei grüne Klassenzimmer. Engagierte Schüler und Lehrer setzten sich dafür ein, dass der Unterricht auch unter freiem Himmel stattfinden kann.

Die Zeiten, in denen Schüler bei schönem Wetter sehnsüchtig nach draußen blicken, während der Unterricht in geschlossenen Räumen vonstattengeht, sind in der Liebfrauenschule vorbei. In monatelanger Eigenarbeit fertigten Schüler und Lehrer zwei Sitzgruppen unter dem Dach des alten Baumbestandes. Hier ist nun Unterricht im Freien möglich.

Lisa Sörgel, Lehrerin für Biologie und katholische Religion, stolperte Anfang des Jahres über einen Wettbewerb des Deutschen Kinderhilfswerks, die Geld für die Schaffung naturnaher Schulhöfe und grüner Klassenzimmer auslobte. Per Videokonferenz klopfte sie bei Schülern und Lehrern ab, ob überhaupt Interesse an einem solchen Projekt bestünde. Die Zustimmung war groß.

Ein Platz auf dem Schulgelände war schnell gefunden. Kollege André Schürmann, Lehrer für Kunst und Musik, fertigte ein Modell und der Plan nahm langsam Formen an. Es folgte eine mehrmonatige Bauzeit, in der Kunst-, Technik, Biologiekurs und Bienen AG Ideen und Tatkraft einbrachten. „Insgesamt haben wir 190 Meter Holz und rund 1000 Schrauben verbaut“, so Schürmann.

„Ein Meilenstein für unseren Schulschwerpunkt Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sinne der Bewahrung der Schöpfung“, lobt Schulleiter Christoph Jakubowski den Einsatz. Insgesamt sechs Bienenvölker sind bereits auf dem Schulgelände zu Hause, es gibt eine eigene Baumschule, ein Insektenhotel, eine Nachhaltigkeits-AG, eine Fairtrade-AG und einen Warenautomaten, der ausschließlich fair gehandelte Produkte liefert. „Wir sind auf dem Weg, Fairtrade-Schule zu werden“, hat Jakubowski das Langfristziel im Blick. Da passte das grüne Klassenzimmer gut ins Konzept.

Während die Idee des grünen Klassenzimmers in Ratingen auf fruchtbaren Boden fiel, konnte die Liebfrauenschule mit ihrem Konzept bei dem angestrebten Wettbewerb nicht punkten. 5000 Euro wären für die Umsetzung des Projekts zu gewinnen gewesen. Die mussten jetzt anders aufgetrieben werden. „Glücklicherweise hatten wir den Förderverein der Schule an unserer Seite, der sofort zusagte, bei der Finanzierung zu unterstützen“, berichtet Sörgel.

Lange überlegen durften die Organisatoren nicht. Im Frühjahr schnellten aufgrund der Holzknappheit die Preise für das Rohmaterial sprunghaft in die Höhe. Also schlug die Schule zu und fand bei Frankenholz einen weiteren Unterstützer des Projekts. Der Betrieb konnte der Schule ein paar Prozente gutschreiben. Gesägt, gestrichen und geschraubt wurde dann in Eigenarbeit.

Jetzt endlich sind die grünen Klassenzimmer fertig. Die ersten Unterrichtsstunden unter freiem Himmel fanden bereits statt und wurden für gut befunden. Ein paar Nacharbeiten stehen in den kommenden Wochen noch aus. Zwei Tafeln soll es noch geben und der Textilkurs der Schule hat sich bereiterklärt, wetterfeste Sitzkissen zu nähen.

Schulleiter Jakubowski ist stolz auf das leidenschaftliche Engagement der Schüler. Diese Leidenschaft wird wohl noch gebraucht: „Wir haben noch viele Ideen für die kommenden Jahre“, sagt er.

INFO

Die grünen Klassenzimmer 

Insgesamt acht Tische und 64 Banksitzplätze ermöglichen ab sofort zwei Schulklassen der Liebfrauenschule Unterricht unterm Blätterdach. Die Open-Air-Schulklassen haben sogar WLAN, damit auch mit iPads gearbeitet werden kann.



RP 1.9.21

 


Kirchenzeiteung Erzb. Köln