Wie kann es uns gelingen in der Welt und im eigenen Umfeld, so verantwortungsbewusst mit der uns anvertrauten Erde umzugehen, dass sie den Menschen und allen anderen Lebewesen auch auf lange Sicht ein gutes Zuhause sein kann? Die LFS hat den Anspruch, in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimaschutz mit gutem Beispiel voranzugehen. Diese Bereiche sind gelebter Schöpfungsglaube.
Die Verantwortung gegenüber der Schöpfung ist nicht nur ein Thema von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, sondern stellt für Christinnen und Christen eine besondere Verpflichtung dar, die sich aus unserem Glauben an Gott als den Schöpfer dieser Welt ergibt. Papst Franziskus thematisiert es in seiner Enzyklika Laudato Si‘ an alle Menschen guten Willens: „Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?“ Aus dieser Haltung heraus versuchen wir an der LFS, mit vielfältigen Möglichkeiten die Jugendlichen für den Schöpfungsbewahrungsauftrag zu sensibilisieren und diesen konkret umzusetzen. Die Dringlichkeit, in Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit aktiv zu werden, hat sich in den letzten Jahren auch in der Schule sehr verstärkt.
Die Ideen und Projekte erwachsen in enger Symbiose mit den Interessen von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und der Elternschaft.
Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit nehmen daher eine zentrale Stellung in der Liebfrauenschule Ratingen ein. Das aktuelle Nachhaltigkeitskonzept wird immer wieder durch neue Ideen und Projekte erweitert und ist im dauernden Prozess.
Seit Oktober 2023 trägt die Liebfrauenschule Ratingen offiziell den Titel Fairtrade-Schule. Damit setzen wir ein klares Zeichen für globale Gerechtigkeit, nachhaltigen Konsum und verantwortungsbewusstes Handeln.
Im Laufe des gesamten Schuljahres werden zahlreiche Fairtrade-Projekte umgesetzt, die von der engagierten Fairtrade-AG geplant und begleitet werden. Dazu gehören unter anderem die beliebte Faire Rosenaktion zum Valentinstag, bei der fair gehandelte Rosen verteilt werden, sowie der Fair-o-mat, über den faire Schokolade im Schulalltag verkauft wird. Auch bei Schulfesten ist Fairtrade fester Bestandteil unseres Engagements.
Ein weiteres Highlight ist die Osteraktion mit Malwettbewerb, bei der Kreativität und das Thema Fairtrade miteinander verbunden werden. Durch diese vielfältigen Aktionen lernen unsere Schülerinnen und Schüler, wie ihr Handeln zu mehr Fairness weltweit beitragen kann.
Die Liebfrauenschule Ratingen lebt Fairtrade – gemeinsam, kreativ und nachhaltig.
Eine Woche nach den Herbstferien fand an der Liebfrauenschule ein ganz besonderes Projekt statt: ein großer Kleidertausch unter den Schülerinnen und Schülern. Organisiert wurde die Aktion vom
10er-Kurs im Fach Textil unter der Leitung von Frau Mund-Marek.
Zwei Tage lang konnten die Schüler*innen gut erhaltene Kleidung abgeben, bevor an den darauffolgenden zwei Tagen das große Tauschen begann. Ob Pullover, Jeans oder Accessoires – viele kamen auf
ihre Kosten und freuten sich über „neue“ Lieblingsteile. Besonders begeistert zeigten sich auch die Eltern, die die nachhaltige Idee der Wiederverwertung lobten.
Neben Kleidung wurden außerdem einige Bücher gespendet, die der Leseförderung an der Schule zugutekommen sollen. Der Fokus der Aktion lag jedoch klar auf den Kleidungsstücken. Was nach dem Tausch
übrig blieb, wurde nicht einfach entsorgt: Ein Teil geht an den Secondhand-Laden Rock&Rolli, der Rest wird von anderen Schüler*innen kreativ up- gecycelt.
Das Projekt war nicht nur eine schöne Beschäftigung nach den Ferien, sondern zeigte auch, wie einfach
Nachhaltigkeit im Schulalltag gelebt werden kann.
Mara Luisa Remberg 10
Am 18. September verlieh die Stadt Ratingen im Medienzentrum unter insgesamt zehn eingereichten Projekten drei Preise im Bereich Nachhaltigkeit. Die Liebfrauenschule Ratingen setzte sich mit
ihrem Aufforstungsprojekt durch und sicherte sich den ersten Platz.
Die Jury bewertete vor allem, wie viele der 17 Ziele für nachhaltige Bildung im Projekt umgesetzt bzw. erreicht wurden. Im Rahmen des Aufforstungsprojektes pflanzten Schülerinnen und Schüler des
8. Jahrgangs 200 junge Buchen im Wald von Ratingen-Hösel, um ein sichtbares Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Das Vorhaben wird seit 2016 jährlich durchgeführt und gelingt in
hervorragender Zusammenarbeit mit Förster Volker Steinhage sowie der Biologiefachschaft der Liebfrauenschule Ratingen.
So wird das Thema Ökosystem Wald nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch praktisch erlebt. Man schützt, was man kennt und selbst gepflanzt hat.
Für den Förderverein erhielt die Schule einen Geldpreis, zusätzlich gab es eine Urkunde und den Wanderpokal. Der Wanderpokal besteht aus recyceltem Material und symbolisiert mit den Punkten aus alten Knöpfen die 17 Ziele der nachhaltigen Bildung. Freudestrahlend nahmen Frau
Sörgel, Frau Mentzen und Frau Weber die Preise entgegen.
Dieses Engagement zeigt eindrucksvoll, wie Schule und lokale Partner gemeinsam aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen.
Schüler*innen und das Kollegium beteiligten sich mit vielfältigen Aktionen an den Tagen der Nachhaltigkeit.
Die Schüler*innen des 6. Jahrgangs erstellten und reflektierten in einem doppelstündigen Projekt ihren eigenen CO2-Fußabdruck. Die Klassen 7a und 10b sammelten weggeworfene Zigarettenstummel in Ratingen ein und entsorgten diese. Der WP II Kurs Fairtrade machte Werbung für fair gehandelte Produkte und verkaufte diese in den Schulpausen. Desweiteren sammelten sie alte Handys ein und verlosten faire Schokolade. Dank unserer Kooperation mit dem SKF konnten 2 Textil-Kurse den Second Hand Laden "Rock und Rolli " besuchen. Spannend war es zu sehen, welche Berge an Kleiderspenden dort abgegeben werden, wieviel Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche dort tätig sind, wie liebevoll sortiert gebügelt, etikettiert und verkauft wird. Netterweise durften wir für unser Projekt eine Tüte mit T-Shirts mitnehmen. Daraus werden wir nun Taschen, Kissen, Schals und ähnliches herstellen. Manche Teile waren so gut erhalten, dass wir sie lieber noch eine Weile tragen, bevor wir sie upcyceln. Denn nichts ist nachhaltiger, als einem Kleidungsstück ein langes Leben zu geben.
Wir danken allen Schülerinnen und Schülern für ihren nachhaltigen Einsatz!
