Leseförderung

Sternstunde der Leseförderung

Schon im zweiten Durchgang genießen alle 5. Klässler an der Liebfrauenschule eine Unterrichtsstunde pro Woche, bei der es keine Klassenarbeiten und keine Tests gibt , die Leseförderstunde.
Einziges Ziel in diesen 45 Minuten ist es, am eigenen Lesen Freude zu entwickeln und durch das Einüben und Verfeinern der Lesetechnik spannende Texte und Bücher kennenzulernen.
Um die Leseförderstunde noch schöner und abwechslungsreicher zu gestalten, haben wir für die  Vorweihnachtszeit Frau Köchling vom Medienzentrum in Ratingen eingeladen. Sie bringt den Jungen und Mädchen einen Koffer voller spannender Kinderbücher mit und wird ihnen daraus vorlesen. Und wenn dann das ein oder andere „ Werk“ auf dem Weihnachtswunschzettel landet, haben die Helden der Kinderliteratur gute Arbeit geleistet und den Schülerinnen und Schülern zu einer weiteren Sternstunde der Leseförderung verholfen.

Lesen verboten !

Aus einem Kinderbuch mit genau diesem Titel lasen Frau Köchling vom Medienzentrum Ratingen und zwei ihrer jungen Mitarbeiter/innen den Schülerinnen  und Schülern aller 5. Klassen zu Beginn ihrer Vorlesestunde an der LFS vor.  Es folgten überaus amüsante Textpassagen aus „ Max und die wilde 7“, „ Das Geheimnis der alten Geisterbahn“ und „ Der Tag, an dem mein Meerschweinchen Kriminaloberkommissar wurde.“ In allen Büchern erleben die Hauptfiguren außergewöhnliche Dinge, lernen magische Kräfte und sprechende Tiere kennen. Die kurzweilige Unterrichtseinheit endete mit einem Experiment. Das Team des Medienzentrums ließ die Zuhörer per „Casting“  in zwei Schritten entscheiden, welches von 6 Büchern das Finale erreichte. Zunächst stimmten die Jungen und Mädchen darüber ab, welches Coverbild  ihnen am besten gefiel und dann wurde nach dem „ Lieblingstitel“ aussortiert. In allen vier Klassen, wen wundert es, errang ein anderes Kinderbuch den Sieg. Daraus wurde dann zum Abschluss des wirklich gelungenen Leseevents ein typischer Ausschnitt vorgetragen.
Eine gelungene Veranstaltung, die wir wieder einmal dem guten und engagierten Team des Medienzentrums zu verdanken haben. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!!

Anke Ernst begeistert fürs Lesen

Die Kunstkritikerin und Journalistin Anke Ernst beschäftigte sich am Mittwochabend in der Aula der LFS mit der Frage, wie man Kinder zum Lesen motivieren kann. Schnell zog sie die Zuhörer und Zuhörerinnen in ihren Bann, indem sie eigene Kindheitserfahrungen, pädagogische Erkenntnisse mit praktischen Beispielen und modernen Marketingstrategien verband. Anke Ernst vermittelte den Anwesenden das Gefühl, dass die Auseinandersetzung mit der Thematik eher ein Austausch von Erkenntnissen, Erfahrungen und Ansichten ist als ein trockener wissenschaftlicher Vortrag. Bücher zum Anfassen, subtile Leseaufforderungen, gemeinsames Lesen von Eltern und Kindern, unterschiedliches Leseverhalten von Jungen und Mädchen und das Schaffen von Leseorten waren nur einige Aspekte, die die Referentin anschaulich und mit viel persönlichem Engagement den anwesenden Eltern und Lehrern nahebrachte. Am Ende des sehr abwechslungsreichen Abends waren sich alle einig: Es muss alles getan werden, dass unsere Kinder und Jugendlichen wieder gerne lesen.

Das Konzept der Leseförderung in allen 5. Klassen an der LFS

Ein Leben ohne Bücher Ist wie eine Kindheit ohne Märchen, ist wie eine Jugend ohne Liebe, ist wie ein Alter ohne Frieden.

Carl Peter Fröhling

Carl Peter Fröhlich drückt mit seinen Zeilen anschaulich aus, wie wichtig es ist, die Lesefähigkeit unseren Schülerinnen und Schülern  zu verbessern und zu entfalten .  Dies umso mehr, als aktuelle  bundesweite Studien aus dem Jahr 2015  ergeben haben,  dass im Fach Deutsch beim Lesen selbst die Neuntklässler nur zu 48% den Regelstandard erreichten, 23% sogar nicht einmal der Mindeststandard.
Der Leseförderunterricht findet einmal pro Woche zusätzlich zum regulären Deutschunterricht statt.
Um die Jungen und Mädchen zu Beginn des Schuljahres dort „ abzuholen“, wo sie mit ihrer Lesefähigkeit stehen, führen wir einen Eingangsdiagnosetest durch.  Je nach Ergebnis teilen wir die Klasse in Untergruppen ein. Ziel ist es jedoch, dass alle Kinder im Verlaufe des Schuljahres die folgenden drei aufeinander aufbauenden Elemente des Leseprozesses durchlaufen.
   

Bausteine des Leseprozesses

       - Lesenkönnen  festigen (Lesegeläufigkeit)
        o   Wörter immer schneller lesen
        o   Sätze als Ganzes sehen
      - Leseroutine aufbauen (Lesefertigkeit)
        o   Lesegenauigkeit
        o   Leseausdruck
      - Leseverstehen verbessern (Lesestrategie)
        o   Text einschätzen, zusammenfassen, beurteilen

Dabei  setzen wir das folgende individualisierte Fördermaterial ein



Individualisiertes   Fördermaterial
A. Einsatz der Arbeitshefte
    Niveau 1    Arbeitsheft zur Lesegeläufigkeit
            Lesenkönnen
    Niveau 2    Arbeitsheft zur Lesefertigkeit
            Leseroutine
    Niveau 3    Arbeitsheft zur Lesestrategie
            Leseverstehen

B. Einsatz  kindgemäßer Lesehefte
     Ziel:
    a.  Freude am Lesen von schönen und
         spannenden  Geschichten
    b. Überprüfung des Leseverstehens durch
         Fragen und Aufgaben zum Gelesenen

 

 

 

Erweitert wird der Unterricht durch spannende Vorlesestunden. Sie werden uns  von Mitarbeitern der Kinder- und Jugendbuchabteilung des Medienzentrums in Ratingen „geschenkt“, die uns an der Schule besuchen. Die Kinder genießen daran zum Einen, in unterschiedlichste Geschichten eintauchen zu dürfen, und zum Anderen bekommen sie  Anreiz und  Lust, selbst  Bücher in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Die Autorenlesung des bekannten Kinder- und Jugendbuchautors Rüdiger  Bertram  stellt dann einen kleinen Höhepunkt im Leseförderjahr dar. Anschaulich bebildert liest Herr Bertram aus seiner überaus amüsanten Bücherreihe „ Coolman“ vor, was die Jungen und Mädchen in gleicher Weise begeistert.

Der Einsatz von Lesepaten: Die Besonderheit unseres Konzeptes
Begleitet und unterstützt  wird der Unterricht neben einer Lehrkraft von engagierten, ehrenamtlich tätigen Lesepaten aus der Elternschaft. Erst durch ihre  ambitionierte Mitarbeit  ergeben sich die folgenden Möglichkeiten und Chancen.

Möglichkeiten und Chancen durch den Einsatz von Lesepaten
    Aufteilung  der Klassen in kleinere Lerngruppen
    Individuellere  Begleitung des  Lernprozesses 
    Schaffung einer ruhigen Lernatmosphäre 
    Aufbau einer Vertrauensbasis

  Sollten auch Sie daran interessiert sein, einmal wöchentlich an unserer Schule als Lespate/Lesepatin zu arbeiten, können Sie jederzeit über die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer Ihrer Kinder Kontakt mit mir aufnehmen .  Hier ein erster Eindruck zu Ihren  „ Aufgaben “ als Lespate/in

Praktische Durchführung der Förderstunden
 Aufteilung der Lerngruppen   / Lehrer
Individuelle Hilfe und Unterstützung der Förderkinder/ Lesepaten
    - Herausgabe des Lernmaterials
    - Hilfe bei der Durchführung der Übung
    - Aktives Zuhören in den Einzelgruppen
    - Herausgabe der Lösungsblätter
    - Einsammeln der Arbeitsmaterialien zum Ende der Einheit
    - Lernprotokoll abzeichnen

Beitrag geschrieben von:   M. Droste – Guddorf        
 (Lehrerin für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften / führt aktuell den Leseförderunterricht an der LFS durch)
                                 Stand: November 2016